05.04.2008

GamePRO oder: Wenn Atheisten "Mein Gott!" sagen

Die GamePRO hab ich das letzte Mal vor etwas über einem Jahr gelesen. Sie fiel damals vor allem wegen dem Preis aus meiner Leseliste und wiel ich von der aktuellen Generation eh nur ne Wii hab.
Nun plane ich die Anschaffung einer Xbox 360 und dachte mir, es wäre passend, sich mal wieder eine Multiplattform-Zeitschrift zuzulegen. Die Maniac fand ich immer irgendwie billig, die Games aktuell lasch. Die GEE les ich eh schon, abe rnicht wegen der spärlichen Tests. Blieb von den mir bekannten die GamePRO.

Das Cover hätte es eigentlich schon verraten können: da hat sich einiges geändert. Auffällig provisorisch vollgestopft mit Bildern zu insgesamt 8 offenbar ziemlich zufällig ausgewählten Spielen (plus geschätzte 50 ohne Bild) bot sie Chaos Deluxe.
Nunja, man soll ein Buch ja nicht nach seinem Cover beurteilen. vergessen hatte ich, dass das bei magazinen sehr wohl eine ganz gute Idee ist, denn hier steht das Cover für die redaktionelle Linie. was in diesem Falle hieße "unsere Linie heisst keine Linie!"
Über das grottenhässliche Wasserfarbenmotiv lass ich mich mal nicht aus.

Mal reinschauen: Das Editorial ist keines (mehr sowas wie ein Blog). Naja.
Beim Inhaltsverzeichnis ist, soweit ich das sehe, alles beim Alten geblieben. Auch beim DVD-Inhalt, der immer noch mit einem DVD-Cover für die alten, dicken DVD-Hüllen daherkommt, die man inzwischen per Zeitungsannonce oder ebay suchen muss. Von Slimline-DVD-Hüllen hat man also immer noch nichts gehört und ich darf wieder passende Hüllen finden, die mal eben doppelt so dick sind wie nötig. Aber das war immer schon so, also kein grund zur Beschwerde.
Das sind so die Macken, die man kennt.

Auf zur DVD.
Ganz ehrlich: Die DVD war immer das mit Abstand Beste an der GamePRO. Genauer gesagt: Der Testcheck. Der Testcheck war der Grund, aus dem ich mir lange überlegt hatte, die GamePRO weiterzukaufen. Herrliches Feature, meist gemacht von Henry Ernst, der hier die letzte Bastion des genüsslichen Verrisses war.
Früher als ich noch jung war *gebisseinsammel*, da gab es das immer: Wenn ein Spiel richtig schlecht war, dann zog man mit Genuss darüber her. Seit die Marketingabteilungen der Spieleindustrie aus der Kaffeekasse einen Hollywood-Blockbuster produzieren können kuschen alle und das schlimmste, was man noch hört ist: "Nicht so gut wie der Vorgänger".
Enter Henry. Wie gesagt der letzte, der einem erzählte, wie schlecht ein schlechtes Spiel wirklich war. Er machte Witze drüber und war einfach nur böse.
Also, rein in den Testcheck und da war er, der Moment, in dme ich nur eins dachte: "Oh. Mein. Gott."
Nach einigen Sekunden rumgebaiere kam dann doch Henrys Stimme auf.
"Alles wird gut, dachte ich.
Dachte ich.
henry redete zwar, aber der andere (Markus, ich fürchte, es ist Markus Schwerdtel, der Chefredakteur des Blattes) auch. Ich habe nix gegen Bayern. Jedenfalls nix wirksames (das abgedroschen-o-meter sagt: war im Neandertal schon raus, der Witz). Auch nicht, wenn sie bairisch reden, als würden sie sich grade bei Peter Steiners Theaterstadl bewerben.
Aber wenn sie lachen wie ein unter Drogen stehender Dieter Hallervorden, die Pointen wegquatschen oder kurzgesagt einfach nur Scheisse labern und sich dabei auch noch lustiger finden als vermutlich die komplette Zuhörerschaft zusammen, dann ist das einfach nur Müll. Ganz davon abgesehen, dass henry durch dieses ständige unqualifizierte Reinquatschen der Humorzahn gezogen wurde. Ohne Betäubung.
Wobei Henry hier in einer prekären Situation sein dürfte: Sollte dieser markus wirklich Markus Schwerdtel sein, so kann er da nicht viel sagen. Denn die Witze seines Chefs muss man halt lustig finden. Selbst wenn sie - wie in diesem Fall - nicht mal eine manisch veranlagte Hyäne zum Lachen bringen könnten.

Ich weiss noch nicht, ob ich mir nach dieser Entwicklung den Rest des Heftes antue. Obwohl, was kann jetzt schon noch pass... Große Scheisse, die haben ein Poster in der Mitte! Und "Tests" im Karteikartenformat (die wirklich kleinen Karteikarten)! Und im Gegenzug einen 4-Seiten-Test über eine gottverdammte Demoversion (denn mehr ist Gran Turismo 5 Prologue einfach nicht)! Artikel zu noch nicht erschienenen bzw. noch nicht testbaren Spielen ("Previews") über 5 (Alpha Protocol) bzw. 6 (GTA IV) Seiten!
Warum hat mir eigentlich keiner gesagt, dass es um den Spielejournalismus dermaßen schlecht steht?

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