31.12.2011

2011

Eigentlich wäre meine Musik des Jahres ja Weltenläufer von Thomas D. gewesen, aber das gibt es leider nirgendwo einbettbar online. Also nehm ich die jährliche Zusammenfassung der Billboard-Jahrescharts von DJ Earworm zum Einstieg und Thomas D. verlink ich halt bei amazon und iTunes (Weltenläufer ist Track 9).
2011 war ein langes Jahr. Ein wirklich langes, in dem viel passiert ist. Aber Punkt für Punkt:

Mönchengladbach
Es mag nicht so schnell ersichtlich sein, aber 2011 hat die Stadt große Fortschritte gemacht. Bürgerbeteiligung ist kein Fremdwort mehr. Die Salafisten sind zumindest als Organisation weg und im gesamten Stadtgebiet verteilt nehmen Projekte Form an, die die Zukunft der Stadt lange Zeit formen werden. Einige davon positiver als andere, keine Frage. Aber so oder so prägend. Was hier noch fehlt ist die Einbindung in einen größeren Kontext. Ich vermisse bei vielen meiner Kollegen im Rat noch Ansätze, wie man Dinge besser machen kann statt pauschaler Erklärungen, was alles schlecht ist.
Teilweise mussten sich die Bürger ihr Gehör erst erkämpfen, was schlecht ist. Aber, was gut ist, sie haben es dann oft auch erhalten.
Persönlcih bin ich aber auch enttäuscht vom Stand der Politik in der Stadt. Zuvieles ist persönliche Auseinandersetzung, zu vieles ist Rechthaberei. Gerne auf uns, denn die Erkenntnis, dass 2011 das jahr ist, in dem die Grünen Recht haben ist schon ziemlich erschreckend, vor allem für die um Alleinstellungsmerkmale ringenden Koalitionspartner. Das ist dann eher destruktiv, wirft es doch kein gutes Licht auf sie selber. Allerdings schaffen sie es so erfolgreicher als uns lieb wäre, grüne Projekte, Vorhaben und Ansätze auszubremsen.
Aber immerhin: Die 2. Radstation kommt (irgendwo im Zentrum Nord), Wanlo bekommt einen Wall und keine Wand, die 6. Gesamtschule hat seit diesem Sommer auf (und die Gesamtschulplätze reichen immer noch nicht). Und die Überschuldung der Stadt wurde in den letzten zwei Jahren um 4 Jahre in die Zukunft geschoben - immerhin.

AntiAKW

Dass die AntiAKW-Bewegung 2011 ein starkes Jahr vor sich haben würde, war bereits 2010 abzusehen. Besonders gefreut hat mich Anfang März die Teilnahme des Strahlenzugs am Veilchendienstagszug in Mönchengladbach. Dem Bündnis, einer gemensamen Gründung des Vorjahres mit Tom Quartz (attac) und Torben Schultz (Linke) sollte ein bedeutendes Jahr bevorstehen.
Weniger erfreulich waren die Anlässe dazu. Wenige Tage nach dem Veilchendienstagszug erschütterte ein gewaltiges Erdbeben Japan, das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi fiel aus und es kam (vermutlich mehrfach) zur Kernschmelze. Der Mythos, "moderne" Atomkraftwerke seien sicher, wurde unhaltbar. Und während der politische Brummkreisel Angela Merkel mal wieder die Richtung änderte wuchs die AntiAKW-Bewegung endgültig zum Mainstream heran.
Das entschied dann nicht nur (mit anderen Faktoren wie Stuttgart 21) die Wahl in Baden-Württemberg, es machte auch das Wendland (Heimat meiner Mutter und der ihrigen und Ort vieler meiner Sommerferien) zu einem Ort des Konflikts wie es ihn zuletzt in den 60er/70er Jahren bei der "Schlacht ums Wendland" gesehen hatte.
Der CASTOR freilich kam in Gorleben an, doch so verspätet wie nie, so teuer wie nie und so öffentlich wie schon lange nicht mehr. Unter diesen Umständen mutet es gradezu verantwortungslos an, dass die Bundesregierung im November neue Transporte genehmigt und deren Durchführung direkt nach Gorleben nochmal explizit durchgedrückt hat. Und mit diesen wird 2012 dann weitergehen - CASTOR quer durch Niederrhein und Ruhrgebiet, vorbei an Großstädten wie Mönchengladbach, Krefeld, Duisburg, Essen.
Nach dem Blick ins dünn besiedelte Wendland das selbe in Nordrhein-Westfalen zu versuchen gerecht diagnostisch wohl zur Konstatierung einer wahnhaften Störung seitens der Verantwortlichen. Zumal diese die Sicherheit der Bevölkerung offenbar für weniger wichtig halten als jene der CASTORen - oder wie sonst ist es irgendwie etwas anderes als fahrlässig, die Feuerwehr vor Ort nicht in die Planungen einzubinden?


eBooks
Einst Science Fiction und etwas, was ich gar nicht mochte wurden eBooks dieses Jahr endlich zum großen Thema. Der erste Schritt ist getan, damit Autoren selbst Herren über ihre Werke sein können. Und mit den Lesegeräten unter 100 € beginnt die Zeit, in der das eBook eine Möglichkeit wird, günstig Literatur zu bekommen (der Preis wird durch niedrigere Buchpreise locker reingespielt). Und Energie spart es dank der ausbleibenden Buchproduktion obendrein.
Nun beginnt das Spiel, das in der Musik mit MP3 und im Video mit Youtube passiert ist. es werden Bewegungen und Gegenöffentlichkeiten im neuen Medium entstehen. Ganze Berufszweige geraten in die typische Krise vom Fortschritt überholter Gewerbe, während andere vollkommen neu entstehen. Buchläden, wie vor ihnen Plattenläden und Videotheken werden schneller verschwinden als wir uns das jetzt noch vorstellen können und (was wir uns momentan noch ebenso schwer vorstellen können) niemand wird sie vermissen. Ausser den Buchhändlern natürlich. Es ist keine Revolution. Bücher waren schon seit 50 Jahren nur noch ein "ferner-liefen"-Medium neben Radio, Fernseher und Computer. Die gegenteilige Behauptung, jene Augenbinde des Feuilletons, war schon lange realitätsfern.
Für mich persönlich habe ich in diesem Bereich so viele Weichen gestellt, ich halte mich manchmal für einen Bahnarbeiter.

Und sonst
2011 ist auch vieles passiert, was mein Leben wenig betroffen hat. Die arabischen Revolutionen, von deren fortbestehendem Erbe ich immer noch wenig überzeugt bin. Steve Jobs (den ich nie mochte), Amy Whinehouse (deren Musik ich nie kannte), Kim Jong-Il (den niemand mochte) und noch einige andere sind gestorben, aber auch Loriot, K.H. Scheer und H.G. Francis, die ich mochte. Guttenberg ist zurückgetreten und hat versucht wiederzukommen, aber dazu gibt es nichts mehr zu sagen. Es gab eine Finanzkrise, von der ich persönlich nicht viel bemerkt habe, weil sie in Deutschland ein Abstraktum der Schlagzeilen bleibt (natürlich gab es mal wieder mehr Arbeitslose, aber wäre das ohne Krise etwa anders?).
Es gibt Freunde von mir, die sind krank geworden und einige, die es noch sind um die ich mir für 2012 große Sorgen mache. Gestorben ist 2011 zum Gück kein Freund, zumindest kein menschlicher (leb wohl, kleiner Piepser, ich werde dich vermissen).
Und es gibt eine ganze Reihe, die haben Kinder bekommen. Ein paar, äh Paar, hat geheiratet. Diesen wünsche ich viel Glück und Erfolg mit ihren neuen Leben. ich habe viele neue Menschen kennengelernt, von wunderbar bis zu "Arschloch". All dies betrachte cih als Teile meines Privatlebens, die ich nicht im Blog auswalze.
Und ich habe mir versprochen, diesen Text bis 20:00 Uhr fertig zu haben, auch wenn ich sicher bin, vieles vergessen zu haben. Selten ist es mir so schwer gefallen, ein einziges Jahr in einem Text zusammenzufassen.

Guten Rutsch und bis nächstes Jahr!

30.12.2011

Buchpreisbindung en detail

Vorabhinweis: Obwohl ich mich bei einigen befreundeten Juristen informiert habe kann der folgende Text eine individuelle Rechtsberatung durch einen examinierten Juristen nicht ersetzen. Ich bin kein Rechtsanwalt. Ohnehin ist jede rechtliche Einschätzung vorbehaltlich einer richterlichen Entscheidung zum Thema.

Eigentlich wollte ich heute ja auf das Jahr 2011 zurückblicken, aber das mach ich dann morgen. Jetzt erstmal zum Problemfall amazon.de, eBook-Verlagswesen und die luxemburgische Mehrwertsteueränderung 2012.
Inzwischen dürften es die meisten mitbekommen haben: Luxemburg ändert die Mehrwertsteuer. Konkret werden eBooks in Zukunft nicht mehr mit dem vollen Satz (15%) besteuert, sondern dem reduzierten Satz der gedruckten Bücher (3%) gleichgestellt. Deutsche eBook-Autoren betrifft das aufgrund einer Kombination von zwei Faktoren:

  1. Amazon.de sitzt in Luxemburg, weshalb für die Verkäufe der dortige Mehrwertsteuersatz gilt
  2. Amazon.de verkauft an Deutsche, weswegen das hiesige Buchpreisbindungsgesetz (BuchPrG) gilt
Amazon weiss das auch, die haben genug Anwälte, um auf sowas ein Auge zu halten. Das Resultat deren Tätigkeit war dann diese Mail hier, die vorgestern an alle europäischen KDP-Autoren ging:
Guten Tag,

Wie Sie wissen, beinhaltet der von Ihnen für Ihre Bücher übermittelte Listenpreis keine Mehrwertsteuer und wir fügen die Mehrwertsteuer zum Buchpreis hinzu, sofern diese anfällt. Zum 1. Januar 2012 wird sich der Mehrwertsteuersatz, der von uns zu Ihrem auf den EU Webseiten verkauften Buch hinzugefügt wird, von 15% auf 3% ändern.

Wenn Sie den Listenpreis Ihres Buches aus irgendwelchen Gründen -¬ zum Beispiel um gesetzlichen Bestimmungen hinsichtlich eines einheitlichen Buchpreises nachzukommen - verändern wollen, dann können Sie dies jederzeit in Ihrem KDP Konto veranlassen.

Bei Fragen kontaktieren Sie uns unter https://kdp.amazon.com/self-publishing/contact-us

Vielen Dank für die Verwendung von Amazon KDP.

Freundliche Grüße,

Kindle Direct Publishing
http://kdp.amazon.de
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Das ist... dürftig.
Anstatt klipp und klar zu sagen, wer welche Bücher wann anpassen muss wird kurz darauf hingewiesen, dass es in einigen Ländern möglicherweise eine Buchpreisbindung gibt, an die man möglicherweise seine Buchpreise anpassen muss. Was okay gewesen wäre, hätten wir die Mail vor einem Monat erhalten und damit genug Zeit gehabt, uns zu informieren und gegebenenfalls einen Anwalt zu sprechen (und einen Anwalt zu Verlagsrecht muss man erstmal finden, das ist eine eher exotische Spezialisierung).

Nun denn, die Kurzfassung: Angepasst werden müssen alle auf amazon.de verkauften deutschsprachigen eBooks von in Deutschland lebenden Verlegern (einschließlich Selbstverlegern), egal ob sie eine ISBN haben oder nicht.

Und jetzt die Langfassung.
Das Gesetz über die Preisbindung für Bücher ist ein relativ kurzes Gesetz. 11 Paragraphen, die meisten nur einen Absatz oder zwei lang. Hier ist der gesamte Gesetzestext zum Nachschlagen auf der Seite des Bundesjustizministeriums. Sollte jeder, der in Deutschland selber Bücher verlegt gelesen haben. Österreich hat ein ähnliches Gesetz, aber von österreichischer Rechtssprechung habe ich schlichtweg keine Ahnung, daher beschränke ich mich auf das deutsche Gesetz. Die Schweiz hat die Buchpreisbindung 2007 abgeschafft und diese Entscheidung diesen Herbst in einem Volksentscheid bestätigt.
Korrektur, 1. 1. 2012: Ob die Schweiz die Preisbindung wieder einführt, wird im März durch ein referendum entschieden. Vielen Dank für den Hinweis an David Herzog

Also, graben wir uns ein:

Zuständigkeit für eBooks
§ 2 Anwendungsbereich
(1) Bücher im Sinne dieses Gesetzes sind auch
  1. Musiknoten,
  2. kartographische Produkte,
  3. Produkte, die Bücher, Musiknoten oder kartographische Produkte reproduzieren oder substituieren und bei Würdigung der Gesamtumstände als überwiegend verlags- oder buchhandelstypisch anzusehen sind sowie
  4. kombinierte Objekte, bei denen eines der genannten Erzeugnisse die Hauptsache bildet.
(2) Fremdsprachige Bücher fallen nur dann unter dieses Gesetz, wenn sie überwiegend für den Absatz in Deutschland bestimmt sind.
(3) Letztabnehmer im Sinne dieses Gesetzes ist, wer Bücher zu anderen Zwecken als dem Weiterverkauf erwirbt.
Wichtig ist hier Nummer drei in Absatz 1.
eBooks gelten laut Börsenverein des deutschen Buchhandels als "Produkte, die Bücher [...] substituieren". Interessant ist auch Absatz 2: Fremdsprachige Bücher, die nicht primär für den deutschen Markt bestimmt sind, sind von der Buchpreisbindung ausgenommen.
Um mich mal als Beispiel herzunehmen: Das bedeutet, dass mein deutschsprachiges Buch Dieses Cover ist Müll von diesem Gesetz betroffen ist, die von mir verlegten englischsprachigen und nicht auf den deutschen Markt ausgerichteten Romane Armata von Thomas Erskine und The Last American von John Ames Mitchell dagegen nicht.

Zuständigkeit für Amazon.de
§ 4 Grenzüberschreitende Verkäufe
(1) Die Preisbindung gilt nicht für grenzüberschreitende Verkäufe innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes.
(2) Der nach § 5 festgesetzte Endpreis ist auf grenzüberschreitende Verkäufe von Büchern innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes anzuwenden, wenn sich aus objektiven Umständen ergibt, dass die betreffenden Bücher allein zum Zwecke ihrer Wiedereinfuhr ausgeführt worden sind, um dieses Gesetz zu umgehen.
Einige Kommentatoren gehen davon aus, das Gesetz gelte für amazon.de nicht, da die Firma in Luxemburg sitzt. Das Problem hierbei ist, dass Amazon zwar als luxemburger Unternehmen gilt (was für die Mehrwertsteuer im Versandhandel maßgeblich ist), die Verkaufsplattform amazon.de als .de-Domain hingegen als deutscher Händler (was für die Buchpreisbindung maßgeblich ist). Zumindest ist das die Praxis, wie im Jugendschutz mit .de-Domains verfahren wird, im Verlagsrecht gibt es da meines Wissens noch keine Fälle.
Das wiederum bedeutet, dass der Verkauf bei amazon.de als Wiedereinfuhr gilt. Eine Gesetzeslücke, die dem Gesetzgeber bei der Formulierung des BuchPrG offensichtlich völlig bewusst war und gar nicht erst offen gelassen wurde.

Ausnahmefall: Aufhebbarkeit der Preisbindung
§ 8 Dauer der Preisbindung
(1) Verleger und Importeure sind berechtigt, durch Veröffentlichung in geeigneter Weise die Preisbindung für Buchausgaben aufzuheben, deren erstes Erscheinen länger als 18 Monate zurückliegt.
(2) Bei Büchern, die in einem Abstand von weniger als 18 Monaten wiederkehrend erscheinen oder deren Inhalt mit dem Erreichen eines bestimmten Datums oder Ereignisses erheblich an Wert verliert, ist eine Beendigung der Preisbindung durch den Verleger oder Importeur ohne Beachtung der Frist gemäß Absatz 1 nach Ablauf eines angemessenen Zeitraums seit Erscheinen möglich.
Die Buchpreisbindung gilt nicht ewig. Eine Preisänderung ist nach 18 Monaten möglich. Andere Ausnahmen (Verramschung, Eigenbedarf, gebrauchte Bücher etc.) existieren zwar, sind aber alle für eBooks soweit ich das sehen kann nicht relevant.
Das Interessante hier ist: Bücher, die schon länger als 18 Monate im Verkauf sind, müssen nur angepasst werden, wenn sie auch bei anderen Händlern als amazon verkauft werden, da eine Preisänderung nach diesem Zeitraum ohnehin zulässig ist. Entweder bei allen auf den neuen amazon-Preis oder bei amazon auf den Preis, den es bei den anderen Händlern kostet. Die Preisänderung direkt beim Händler ist eine "Veröffentlichung in geeigneter Weise". Da das Buch allerdings überall gleich kosten muss ist es hier wichtig, keinen zu übersehen.

Was wird eigentlich festgesetzt?
Hier wird es gemein: Der bei amazon festgesetzte Preis ist nicht der Preis, den man laut BuchPrG festlegen muss, denn dieser enthält explizit auch die Mehrwertsteuer:
§ 5 Preisfestsetzung
(1) Wer Bücher verlegt oder importiert, ist verpflichtet, einen Preis einschließlich Umsatzsteuer (Endpreis) für die Ausgabe eines Buches für den Verkauf an Letztabnehmer festzusetzen und in geeigneter Weise zu veröffentlichen. Entsprechendes gilt für Änderungen des Endpreises.
(2) Wer Bücher importiert, darf zur Festsetzung des Endpreises den vom Verleger des Verlagsstaates für Deutschland empfohlenen Letztabnehmerpreis einschließlich der in Deutschland jeweils geltenden Mehrwertsteuer nicht unterschreiten. Hat der Verleger keinen Preis für Deutschland empfohlen, so darf der Importeur zur Festsetzung des Endpreises den für den Verlagsstaat festgesetzten oder empfohlenen Nettopreis des Verlegers für Endabnehmer zuzüglich der in Deutschland jeweils geltenden Mehrwertsteuer nicht unterschreiten.
[...]
Das heisst: Hat ein Buch zuvor inklusive Mehrwertsteuer 3,99 € gekostet, muss es auch weiterhin inklusive Mehrwertsteuer 3,99 € kosten. Das bedeutet, der in diesem Beispiel bei amazon festgelegte Preis ohne Mehrwertsteuer muss von 3,47 € auf 3,87 € geändert werden.
Ausschlaggebend ist, dass der Preis, den der Kunde letztendlich bezahlt, identisch bleibt. Kurz mal die beliebtesten eBook-Preise und wie sie in Zukunft bei amazon festgelegt werden:
Endpreis 0,99 € Alt: 0,86 € Neu: 0,96 €
Endpreis 2,99 € Alt: 2,60 € Neu: 2,90 €
Rechenmethode: (Endpreis in Cent) : 103 = (bei Amazon einzugebender Preis in Euro)

29.12.2011

Ein wirklich schlechtes Vorwort

Eines muss ich bei meiner aktuellen Überarbeitung von Dises Cover ist Müll! fraglos feststellen: Das Vorwort dieses Buches war eine wirklich schlechte Idee. Der Gedanke dahinter war, keine falschen Erwartungen zu schaffen und daher kurz darzustellen, was alles nicht in diesem Buch zu finden ist. Im Nachhinein betrachtet ein völlig falscher Ansatz.
Also habe ich ein komplett neues Vorwort geschrieben und gelernt: Ein Vorwort sollte grundsätzlich immer vorstellen, was ein Buch bietet statt, was es nicht bietet. Da das Vorwort bei eBooks noch wichtiger ist als bei Papierbüchern (es ist Teil der Vorschau), muss größte Sorgfalt auf dessen Formulierung gelegt werden.
Ich präsentiere hier erstmal als abschreckendes Beispiel mein altes Vorwort:

Okay, bevor ich irgendetwas anderes schreibe, sollte ich erstmal erklären, was dieses eBook ist und was nicht. Es ist wichtig für alle Beteiligten, Enttäuschungen zu vermeiden. Sie wollen nicht enttäuscht werden und ich will Sie nicht enttäuschen, denn dann kaufen Sie wahrscheinlich nie wieder ein Buch von mir. Sollten Sie das Buch jetzt schon gekauft haben, kann ich Ihnen zumindest mit einer Lektion dienen: Laden Sie sich grundsätzlich eine Leseprobe runter, bevor Sie ein eBook kaufen, das kann vor Enttäuschungen bewahren. Fast alle Anbieter haben eine Option dafür.

Zunächst einmal der Teil, mit dem ich wohl die meisten Leser verschrecken werde: Hier geht es darum, wie ein gutes Cover aussieht und wo Sie die Materialien dafür finden können. Ich biete Ihnen keine komplette Einführung in die Technik der Bildbearbeitung, dafür wäre ein komplett anderes Buch nötig. Grundkenntnisse wie das Einfügen von text in Bilder setze ich einfach mal voraus.

Wichtig ist auch, dass es hier ausschließlich um Coverdesign geht. Es geht nicht um das Design des Buchinhaltes. Es mag für ein so spezielles Thema etwas lang erscheinen, aber dafür kann ich garantieren, dass Sie nach der Lektüre alles über das Design von Buchtiteln wissen, was ich zum Zeitpunkt des Schreibens auch weiss.

Weiterhin handelt dieses eBook von eBook-Coverdesign, für Papierbücher wichtige Themen wie der Rückumschlag, der Schmutztitel und vor allem der gerne unterschätzte Buchrücken werden hier nicht angesprochen. Viele der Informationen aus diesem Buch sind problemlos auch für Papierbücher anwendbar, aber dort brauchen Sie auch viele Informationen, die hier fehlen, weil sie für eBooks einfach nicht relevant sind.. (sic!)

Und noch ein letztes ist dieses Buch nicht, aber das wird die meisten eher freuen: Lang. Ich bin jemand, der sehr gradeheraus schreibt. Ich habe zwar ein wenig die Befürchtung, dass sich das mit späteren Auflagen oder Aktualisierungen noch ändern wird, aber auch dann bleibt das Grundprinzip bestehen: Möglichst viel Info im angenehmen Plauderton bei möglichst wenig investierter Lesezeit. So mag ich meine Sachbücher.
Ohje.
Dieser Text besteht in der Essenz aus der Aussage "Dieses Buch ist nix, kaufen Sie es besser nicht", ich entschuldige mich ja praktisch für das Buch. Wahrscheinlich wird es niemanden überraschen, dass das nicht meine Absicht war, aber es war zweifellos das Ergebnis. Das kommt davon, wenn man so wichtige Elemente wie das Vorwort unausgeschlafen irgendwann gegen Mitternacht schreibt. Es hebt praktisch keine positiven Werte des Buches hervor und dann findet sich dort auch noch der einzige nicht im Lektorat ausgemerzte Fehler, ein Satz, der mit zwei Punkten endet.

Also, alten Text komplett gelöscht und einen neuen erstellt, der positiver an das Thema herangeht, aber dennoch die Information weitergibt, dass bestimmte Fähigkeiten vom Leser bereits erwartet werden. Das liest sich auf jeden Fall deutlich besser:
Dieses Buch verfolgt einen einfachen Zweck: Sie als Leser in die wichtigsten Gestaltungselemente und Merkmale eines guten eBook-Covers einzuführen. Ich glaube, damit nicht nur Ihnen, sondern letztendlich auch mir etwas gutes zu tun - nicht allein finanziell, sondern abstrakter. Vom Autoren selbst verlegten digitalen Büchern haftet in Deutschland (noch) ein deutliches Manko an.

Dieses Manko hat verschiedenste Gründe, aber einer ist sicherlich auch die Qualität der Cover. Was schon auf den ersten Blick unprofessionell aussieht, dessen Inhalt wird oft keine Chance mehr gegeben, sich zu beweisen. Hat ein interessierter Kunde sich erst einmal durch eine lange Liste selbstverlegter eBooks mit minderwertigen Covern gekämpft, wird er diese Bücher bald in ihrer Gesamtheit verdammen. Dieses Pauschalurteil schadet Ihnen, es schadet mir und dem potenziellen Leser entgeht dadurch auch etwas - Ihr Buch.

Deswegen habe ich alles, was ich über Coverdesign weiss in einem Band zusammengestellt. Die Elemente, die auf ein Cover gehören, die Besonderheiten von eBook-Covern im Vergleich zu den Titelbildern klassischer Bücher und schließlich ein einfacher, aber wirksamer Test, mit dem Sie Ihre eigenen Cover auf Wirkung und Aussagekraft testen können. Sie erfahren, woher Sie Ihre Titelbilder bekommen, was bei der Positionierung der Schriftelemente zu beachten ist, wie ein guter Titel aussieht tund woför Untertitel gut sind.

Ein paar Dinge sollten Sie bereits vorher können: Bilder in Ihrem Bildbearbeitungsprogramm öffnen und am Computer Text in Bildern einsetzen. Wenn Sie ernsthaft professionell aussehende Buchcover gestalten wollen, sollten Sie diese Funktionen bereits kennen und einige Erfahrungen damit gesammelt haben. Zumal ich ja nicht weiss, welches Grafikprogram Sie benutzen. Da das allerdings zu den absoluten Grundlagen im Umgang mit Grafikprogrammen gehört bin ich zuversichtlich, damit jetzt nicht allzu viele Leser verscheucht zu haben.

Allen, die jetzt noch lesen wünsche ich eine ebenso angenehme wie nützliche Lektüre.
Das neue Vorwort geht mit der weitgehend überarbeiteten und deutlich erweiterten 2. Ausgabe des Buchs in den nächsten Tagen in den Verkauf. Leider hinkt die Vorschau bei Amazon oft stark hinterher, daher wird das alte Vorwort meinen Verkäufen wohl noch eine Weile schaden, aber daran kann ich leider nichts machen.

27.12.2011

eBook-Land: Woche 10

Bücher im Verkauf: 3 | Eigene: 1 | Einkünfte bisher: 24,81 € | Verkäufer: 6
Was eine Weihnachtszeit, aber ich hab's wieder überlebt. Wie mach ich das bloß jedes Jahr? Naja, nächstes Jahr ist 3 Tage vor Heiligabend Weltuntergang (Moment, ist das nicht immer so?), dann hat sich das auch erledigt.
Kleine Layout-Änderung: Die Kopfzeile ist in Zukunft etwas weniger hoch. Das sieht dezenter aus und erlaubt zugleich, fünf statt drei Büche rzu zeigen, was nächste Woche wichtig werden dürfte.

Twitter: eBooks für lau
Ein kleines Seitenprojekt, dass ich schon ein paar Tage als rein theoretische Überlegung hatte, habe ich jetzt endlich bei Twitter unter eBooksfuerlau in die Tat umgesetzt. Dort erfährt der geneigte Leser regelmäßig von aktuell kostenlosen eBooks in allen deutschen Shops. Jedes Format, vorzugsweise deutschsprachige Titel, keine Leseproben und keine eBooks, für die man auf zweifelhaften Werbeseiten seine Adressdaten rausgeben muss.
Natürlich sind die Links, soweit möglich, Werbelinks. Das bedeutet, kauft der Besucher zusätzlich zu dem verlinkten Titel noch einen bezahlten, bekomme ich dafür ein paar Prozente vom Verkaufspreis. Mir ist in der Vergangenheit aufgefallen, dass das ohnehin eher passiert als das Leute das beworbene Produkt selber kaufen. Bisher ist das noch nicht passiert, aber die Leserzahl des Twitter-Kontos steigt ganz ansehnlich und 99 Klicks in nur zwei Tagen nur bei Amazon ist schonmal was. Momentan als Werbepartner eingebunden bin ich bei Amazon, iTunes und Smashwords. Ich verlinke aber auch kostenlose Titel bei allen anderen Shops, da ich glaube, dass Service sich über Umwege auszahlt.
Ich bin gespannt, wie sich das weiter entwickelt.

Phase 2
Die Überarbeitung von Dieses Cover ist Müll! entwickelt sich zu einem ernsthaften Zeitfresser. Das liegt daran, dass ich die ursprüngliche Zielrichtung der Überarbeitung deutlich ausgeweitet habe. Ursprünglich ging es darum, den Text um fehlende Aspekte zu ergänzen. Inzwischen bin ich allerdings zu dem Schluss gekommen, dass das Buch insgesamt zu kurz ist und der Text in der Vorschau (besonders die Produktbeschreibung und das Vorwort) deutlich besser sein könnte. Also hab ich mir das Ziel gesetzt, den gesamten Text zu überarbeiten und das Buch auch deutlich zu verlängern. Ziel ist die Verdoppelung der Dateigröße. Der bisherige Umfang scheint für die Preisklasse zu gering.
Womit gelernt sei: Ein eBook in einer Woche zu schreiben ist zwar möglich, aber ein gutes braucht eher einen Monat. Allein schon um in der Nachbearbeitung alles dreimal zu durchleuchten. Mindestens

Kindle gegen Bücherregal
Da Tabellen bei Wordpress-basierten Plattformen so schlecht funktionieren und ich gerne mehr Platz zum Erläutern hätte gibt es diesen Abschnitt jetzt mal in einer neuen Form. Altes Buch links oben, eBook rechts unten und im Text. Mal sehen, wie das funktioniert.
Unser dieswöchiger Kandidat hat schonmal keinen eBook-Link, weil es keinen gibt. Hmm.

Diverse: Die Bibel
Ersetzt durch: Das Internet
Im Internet kann ich tausende Versionen der Bibel in hunderten Sprachen frei einsehen und mit Software wie dem Sword-Projekt sogar direkt vergleichen. Mal ganz davon abgesehen, dass es dort andere Märchenbücher und Fantasyromane deutlich höherer Qualität gibt. Dieses Buch ist schlichtweg überflüssig. Und so weit verbreitet, dass ich einen Weiterverkauf vergessen kann. Jeder hat schon ein Exemplar und wer eins will, hat zwei. Das Kroppzeug hat sich weiter ausgebreitet als die billigste Schundliteratur. Endstation Altpapiercontainer.
Es verbleibt allerdings eine koptische Bibel auf arabisch, einfach weil es ein sehr schönes Exemplar ist, die auf einer Drupa (2008, glaube ich) als Demonstrationsobjekt an Fachbesucher verschenkt wurde. Mehr zum Schmuck als zum Lesen.

26.12.2011

Ratssitzung 21. Dezember 2011

Okay, das war eine... seltsame Ratssitzung am Mittwoch.
Entschuldigt die Verzögerung. Der Text sollte schon Donnerstag fertig sein, dann kam ich nicht dazu, dann war Weihnachten. Und jetzt ist Montag und ich musste erstmal überlegen, ob ich noch auf "Veröffentlichen" klicke, so lang nach der Sitzung. Nun, offensichtlich habe ich dies getan. Oder werde dies tun. Während ich hier schreibe, schreibe ich hier noch. Wenn ihr das lest aber habe ich bereits geklickt. Verwirrend wundervoll, deshalb mag ich Zeit so. Aber ich schweife ab.

Politikum Zusatzname
Die mit Abstand am heftigsten geführte Debatte war tatsächlich jene um den Zusatznamen der Stadt. Die war zwar Aufhänger des WDR für den Bericht über die Sitzung, ansonsten aber eher amüsant als interessant. Dass die CDU an dieser Stelle den Oberbürgermeister und die SPD massiv angriff, war etwas verwunderlich. Dafür hatte sie dann bei den Gebührensatzungen, sonst traditionell Anlass für heftiges Eindreschen auf die SPD mit ihrem Versprechen der Gebührensenkung (einschließlich Schlagwort "Abzocke") keine Puste mehr.
Angesichts dieser Atmosphäre verzichtete ich denn auch auf meine eigene Nachfrage, ob die neue Regelung auch für Ortsteile gelte. Das wollte die CDU noch im Frühjahr für die Bezeichnung "Hochschulviertel Hermges" in Erfahrung bringen, ich selbst finde es lohnenswert, die Bedeutung Hehns als Wallfahrtsort auf dem Ortsschild zu kennzeichnen. Da ich die Frage ernsthaft beantwortet und nicht als bloß rhetorische Spitze gegen die CDU verstanden wissen möchte, werde ich sie 2012 in der ersten Sitzung der BV Nord stellen.

Haushalt 2012
Erstmals wurde der Haushaltsplanentwurf nicht in gedruckter Form, sondern als Mini-CD ausgegeben. Das erspart der Stadt Geld und den Ratsleuten Schlepperei, bringt aber auch zwei ernstliche Probleme mit sich:

  1. Für diese Mini-CDs gibt es kaum ordentliche Archivierungsmöglichkeiten
  2. Ich krieg keine praktischen neuen Jutetaschen zum Tragen der Haushaltsordner.

Ansonsten: Das Übliche. Gladbach ist überschuldet (gerne ideologisch vorgeprägt als "muss Sparen" formuliert, als gäbe es keine anderen Optionen, Schulden abzubezahlen), aber erst 4 Jahre später als noch vor 2 Jahren. Allerdings, so meine Einschätzung nach einigen verwaltungsinternen Verzögerungen und Gesprächen mit Verwaltungsmitarbeitern, sind wir beim Personal vorerst am Ende der Fahnenstange angekommen, was Einsparungen angeht. Die Verwaltung ist inzwischen personell kaum noch in der Lage, ihre Arbeit zu erledigen. Eklatantes Beispiel hierfür sind etwa die Verzögerungen in der Gebührenberechnung. Die Fälle, in denen Sparen der Stadt mehr schadet als nützt werden so mangels Optionen zunehmen, es droht das Abrutschen in eine Schuldenfalle, in der das Sparen selbst Ursache der weiteren Verschuldung wird (deswegen habe ich auch solche Probeme mit der allerortens geforderten und eingeführten "Schuldenbremse"). Die absurde Endsituation einer herrschenden Ideologie, die "Sparen" für eine vernünftige Krisenpolitik in einer Volkswirtschaft hält. Oh, apropos: Die Stadtverwaltung MG verfügt, wie mir OB Bude auf Nachfrage ausserhalb der Sitzung erklärte, über keinen einzigen Volkswirt. "Sollte bei uns ein Diplom-Volkswirt arbeiten, so wäre dies Zufall. Wir haben nie jemanden als Volkswirt eingestellt."
Wie man ohne einen Volkswirt eine volkswirtschaftliche Entität wie eine Kommune vernünftig verwalten will, ist mir schleierhaft. Klar, man kann die Betriebswirte ranlassen, aber das funktioniert nur ein paar Jahrzehnte, bis sich die dadurch übersehenen Faktoren rächen. Man muss immer sehen: Eine Stadt ist kein Unternehmen und sie wie ein solches zu führen muss irgendwann schiefgehen. Faktoren wie die wirtschaftlichen Auswirkungen von Vermögensverteilung, Arbeitslosigkeit, Altersstruktur usw. entziehen sich größtenteils der Betriebswirtschaft. Sie zu verstehen ist für eine Gebietskörperschaft (ob Kommune, Land oder Bund) essenziell. Sie zu ignorieren funktioniert nur, solange die Schäden durch ausreichendes Wirtschaftswachstum kaschiert werden können.
Allein, ich bin selber auch kein Volkswirt und weiss nicht wo man ansetzen könnte, um die Rolle dieser Wissenschaft zu stärken. Einfach einen Volkswirt einzustellen wird's nicht bringen. Dafür sitzt die Betriebswirtschaft inzwischen zu tief im System "Stadt", massiv gefördert vor allem von der Bundesregierung.

Kindertagesstätten
Es darf wohl als offenes Geheimnis gelten, dass der nun vorliegende Bericht über die zukünftigen Optionen der Kindergärten und -tagesstätten in Mönchengladbach auf einen FDP-Beitrag zurückgeht. Die SPD und wir Grüne haben natürlich Feuer dafür bekommen, dem zugestimmt zu haben. Wir hatten ja gehofft, mit dem Bericht hätte sich die Forderung der FDP erledigt. Nun, wir werden sehen.
Der Bericht sagt relativ klar, dass eine Privatisierung zwar Einsparungen brächte, diesen aber erhebliche Einschränkungen zugehörten (Verlust von Fachwissen, Unsicherheit der Plätze, mangelnde Finanzfähigkeit der Träger usw.). Allerdings habe ich den Bericht noch nicht vollständig lesen können und vor diesem Hintergrund kann ich nur sagen: Ich will die Kinderbetreuung nicht privatisieren. Ich würde meine Kinder, hätte ich welche, auch nicht auf einen privaten (oder noch schlimmer, aber für die Stadt auch billiger: kichlichen) Kindergarten schicken wollen. Dies aber letztlich auszuschließen wäre noch verfrüht, das Spardiktat könnte die Stadt irgendwann zu einem solchen Schritt zwingen.
Ich war allerdings noch nie so kurz davor, mich in einer Entscheidung auf die Formel "Gewissensfrage" zu beziehen, um aus der Bedingung des Koalitionsvertrages zur geschlossenen Abstimmung aller Ampel-Vertreter aussteigen zu können.

CASTOR
Mit Müh und Not versucht die Linke derzeit, einen Antrag zur Resolution umzudeuten, der ganz einfach keine ist. Er beinhaltete den Beschluss, die Stadt solle die Landesregierung auffordern, Atommülltransporte zu verbieten. Nicht nur ist die Landesregierung gar nicht zuständig, genau das ist dort auch erklärtes Ziel, aber eben an der mangelnden Zuständigkeit gescheitert. Was genau das Vorgehen soll, einen solchen Antrag durch einen noch viel weniger zuständigen Rat zu schleusen und somit Zeit zu verplempern, vermag ich nicht zu erklären. Zumal der Antrag ohnehin nicht umsetzbar war - Kommunen können nicht einfach Forderungen an die Regierung stellen. Das letzte Mal, als ich nachgeschaut hatte, verfügte die Linke noch über eine Landtagsfraktion.
Oh, nebenbei hat die Landesregierung solches in Bezug auf Jülich bereits beschlossen:
Der Landtag beschließt: Die in Jülich noch lagernden 152 Castoren mit 300 000 hoch radioaktiven Brennelementekugeln müssen solange am früheren AVR Jülich zwischengelagert werden, bis eine verantwortbare und endgültige Einlagerungsstätte in Deutschland eingerichtet worden ist.
Quelle: Eine Resolution, die tatsächlich eine Resolution ist.
Nunja, im Gegenzug durfte ich mir angesichts unseres Antrages, einen Bericht über die Auswirkungen der Transporte auf die Stadt anzufordern, dann vorwerfen lassen, ich rechne ja schon damit, dass die CASTORen kommen. Ja natürlich rechne ich damit. In einer solchen Sache nicht mit dem schlimmsten plausiblen Szenario zu rechnen hielte ich für fahrlässig. Die Hoffnung, die Tranporte würden noch gestoppt, darf nicht dazu verleiten, die Möglichkeit eines ihres Kommens zu ignorieren. Und zur Sorgte, unsere Verwaltung sei nicht ausreichend vorbereitet gibt es ernsthaften Grund, da muss meines Erachtens ein Bericht her, um die Situation einschätzen zu können.
Ich will, dass das Zeug in Jülich bleibt. Besser in einem ehemaligen Reaktor mit entsprechender Abschirmung als in einer besseren Turnhalle im Münsterland. Und vor allem besser als auf einem LKW, der es quer durchs Land karrt, mitten durch Niederrhein und Ruhrgebiet. Aber ich muss trotzdem davon ausgehen, dass das Ministerium für Strahlenschutz nicht so handelt, wie ich das möchte.
Denn leider bin ich nicht der Umweltminister, der letztlich entscheidet - im Falle des aktuellen (mal wieder eher ein Unweltminister) zur Not offensichtlich auch gegen den Willen der Landesregierung und unter weitgehender Missachtung der Sicherheit für die Bevölkerung.

Sonst so
Ich bin der CDU immer wieder dankbar, wenn sie darauf hinweist, dass es sich bei einem Tagesordnungspunkt um etwas handelt, was man seit 60 Jahren in der Stadt hätte anpacken können, wenn man es als solch einen Mangel ansieht. Besonders, wenn sie diesen Mangel auch sieht. Wenn die CDU selbst darauf hinweist, in fast 50 Jahren als regierende Partei in diversen Themen nichts getan zu haben, spart uns das Redebeiträge und Zeit in den Sitzungen.
Gesicht des Tages war das fassungslose Staunen Ralf Jüngermanns (Rheinische Post) über einen langen Beitrag Bernhard Claßens (Linke) zum Thema Organspende und der Frage der Rechtfertigung des Begriffes "hirntot". Ich halte die Vermutung der Existenz von Bewusstseinsinhalten ausserhalb des Gehirns ja für weitgehend esoterisch, aber den Gesichtsausdruck war's wert.

21.12.2011

Statt eBook-Land: Wichtiger Hinweis

Sorry, kein eBook-Land Bericht diese Woche.
Weihnachten, die heutige Sitzung des Stadtrates, die letzten Deadlines des Jahres und auch die Fertigstellung der aktuell in Bearbeitung stehenden eBooks vor Weihnachten gehen vor.
Hier ein Thema, über das ich auf jeden Fall noch sprechen wollte, das deswegen ausfällt, aber jeder freie eBook-Autor kennen sollte: Luxemburg senkt Mehrwertsteuer für eBooks 2012 auf 3%. Solltet ihr bei amazon (die luxemburgische Mehrwertsteuer berechnen) eBooks veröffentlicht haben und in Deutschland wohnhaft sein: Bitte passt rechtzeitig zum 1. Januar 2012 eure Preise an. Der Preis inklusive Mehrwertsteuer muss stabil bleiben (§8 Buchpreisbindungsgesetz), sonst riskiert ihr Abmahnungen auf Grundlage des Buchpreisbindungsgesetzes. Der Zeitraum, in dem eure Bücher deswegen ihren Preis verändern sollte daher so gering wie möglich sein.

13.12.2011

eBook-Land: Woche 8

Bücher im Verkauf: 3 | Eigene: 1 | Einkünfte bisher: 24,81 € | Verkäufer: 6
Trotz meines dezemberlichen Zeitmangels eine bewegte Woche. Es ist Bewegung in der eBook-Welt und auch für mich gibt es einige interessante Entwicklungen. Da es keine neuen Veröffentlichungen meinerseits gibt diesmal keine Einteilung nach Projektphasen, sondern nach Entwicklungen.

KDP Select
Fangen wir mit dem an, was alle Indie-Autoren betrifft: Amazons KDP Select.
Dabei handelt es sich um ein Programm, mit dem man seine Bücher für den Verleih an Kindle-Besitzer mit Amazon-Premium-Konto freigeben kann. Dafür erhält man einen Anteil an den Einkünften aus dem Premium-Programm. Ausserdem erhält man die Möglichkeit, sein Buch für 5 Tage kostenlos zu setzen. Das wäre für sich durchaus interessant. Es gibt aber zwei erhebliche Pferdefüße, wegen derer ich bei diesem Programm ganz einfach nicht mitmachen werde, trotz des meines Erachtens großen zu erwartenden Werbeeffekts.
1. Exklusivität. Von Teilnehmern an dem Programm erwartet Amazon, dass sie ihre Bücher exklusiv bei Amazon einstellen. Selbst wenn sich das finanziell lohnen würde: Ich unterstütze Monopole ganz einfach nicht, wenn ich eine andere Wahl habe. Amazon versucht zunehmend, sein Angebot mit exklusiven Angeboten zu füllen und das halte ich für überaus problematisch. Bücher, auch elektronische, müssen zumindest theoretisch jedem zugänglich sein. Exklusivität für ein Gerät ist eine zu große und vor allem unnötige technische Hürde.
2. Die Einkünfte dürften nicht nennenswert sein. Für den Dezember gibt es 500.000 $ zu verteilen. Das ist, einmal aufgteilt, aller Voraussicht nach nicht sonderlich viel. Ich würde sogar sagen, selbst eBook-Bestseller wie J. A. Konrath dürften damit nicht glücklich werden.

Autorengemeinschaft
Am Freitag traf ich mich mit zwei Autoren, die sehr am Thema eBook interessiert sind. Das Treffen verlief fruchtbar und wir beschlossen, gemeinsam unsere Stärken einzubringen - wir alle schreiben, einer von uns macht das Marketing und ich die Technik sowie Lektorat. Die Einkünfte werden danach aufgeteilt, wer welchen Anteil hatte. Als erstes Ergebnis davon habe ich das Lektorat für einen vielversprechenden Vampirroman übernommen, der dann im Frühjahr erscheinen soll (sofern nicht vorher ein Printverlag zuschlägt, diese Option ist ausdrücklich offen gelassen).
Dazu kommt natürlich gegenseitige Bewerbung und die Möglichkeit, öfter mal gemeinsame Geschichten oder auch Sammlungen rauszubringen. Ich spiele auch schon länger mit dem Gedanken, Geschichten untereinander zu verbinden, etwa durch mehrfach auftretende Figuren und Orte oder einfach eine gemeinsame Welt, in der die Geschichten anderer Bücher der Gruppe als wahre Ereignisse gelten (ein so genanntes Universum).
Ein besonders wichtiger Punkt ist aber, dass sich die Arbeit besser aufteilen und so mehr Raum für das eigentliche Schreiben freischaufeln lässt - etwas, woran es Autoren fast immer mangelt.

Erfahrungen als Kunde
Diese Woche stieß ich auf die vermutlich großartigste Buchlizenz seit langem:
The product downloaded through the 40k's website is the Pirate Edition of "Cardanica". Downloading it, you agree to share it with your friends, talk about it on social networks and in real life, copy and paste anything you like on your blog, tumblr, whatever. The licensor (those strange humans known as the Author and the Publisher) reserves the right to offer you the better support for your entertainment.
Das stammt aus der Piratenedition von Cardanica, die der Verlag auf der eigenen Webseite kostenlos zur Verfügung gestellt hat, man kann es aber auch kaufen, die 2,99 € scheinen mir ein hervorragender Preis.
40k Books (die übrigens nichts mit Warhammer zu tun haben) arbeiten auch mit Cory Doctorow zusammen, der dafür bekannt ist, seine Bücher regelmäßig mit kostenlosen Downloads der kompletten Werke zu bewerben und damit sehr gut zu fahren. Mit dem Unterschied, dass ich Doctorows Little Brother nur theoretisch kaufen würde, denn das ist hierzulande nur als deutsche Übersetzung verfügbar. Und warum sollte ich die kaufen, wenn ich die Sprache des Originals verstehe und somit eine deutlich authentischere Version kostenlos erhalten kann? Ich will den Autor ja bezahlen, aber eher ungern den rowohltschen Rattenschwanz und im Falle eines rein virtuellen Produkts auch nicht so viel.
Auch Cardanica ist eine Übersetzung, da mein Italienisch allerdings etwas holprig ist und der Preis sehr günstig, ist es mir hier eher den geforderten Preis wert.

08.12.2011

Umweltausschuss: Katastrophale CASTORen, solare Kataster und verwiesene Gebühren

Der Umweltausschuss war mal wieder ein (unerwartet) spannender. Dafür sorgte vor allem der 2012 anstehende CASTOR-Transport durch die Region. In dramaturgisch abflauender Reihenfolge:

Katastrophale CASTORen
Dass die Feuerwehr zum Katastrophenschutz berichtet ist nichts ungewöhnliches, ist sie hierzustadte doch für selbigen im Bereich Mönchengladbach-Viersen-Krefeld zuständig. Interessant wurde es, da es diesmal um die Bestückung mit ABC-Messfahrzeugen ging (ABC = atomare, bilogische und chemische Gefahrenstoffe).
Mit C hat man in Gladbach Erfahrung und auch A wird grade aktuell (Meine Tendenz, auf Fotos von Veranstaltungen grundsätzlich von hinten sichtbar zu sein setzt sich also fort, siehe Bild 2). Natürlich stieß letzteres auf besonderes Interesse (die CASTORen, nicht mein Rücken).
Nachdem eine Nachfrage der Linken erfreulicherweise erbrachte, dass dieses Gerät bei einem Unfall mit CASTOR-Transporter eingesetzt werden könne, um zuverlässig Belastungen zu messen. Was die Möglichkeiten des Einsatzes in einem solchen Fall angeht, war es da schon schwieriger mit den Antworten. Hier war die Antwort auf meine daran anschließende Frage, wie weit die Feuerwehr in die Vorbereitung der Transporte eingebunden und auf diese vorbereitet sei doch sehr unbefriedigend. Die Frage zunächst als die kompliziertere meiner beiden bezeichnend (ich hatte daneben nach einem typischen Einsatzszenario der Fahrzeuge gefragt) und somit zurückstellend meinte der Leiter der Feuerwehr schließlich, er kümmere sich um den CASTOR, wenn er komme.
Auch wenn Die Linke in ihrer Überschrift etwas übertreibt, eine solche Herangehensweise an eine klar absehbar schwierige Situation für die zivilen Ordnungs- und Sicherheitsdienste wie die Passage eines Atommülltransportes halte ich für fahrlässig. Für die Organisation der Transporte zuständig ist (unter offener Übergehung der Länder) die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit dem Kernforschungszentrum Jülich. Die Aussage Lampes lässt durchblicken, dass diese offenbar die regionalen Katastrophenschutzbehörden nicht vorzeitig über die Streckenführung und Transportzeiten informieren. Das ist verantwortungslos. Bei einem Transport dieser Gefährlichkeit ist es unverzichtbar, dass die Feuerwehr auf die erhöhte Wahrscheinlichkeit einer Katastrophe vorbereitet ist.


Kurze Auflockerungseinlage zum Thema


Verwiesene Gebühren
Eigentlich hätten die Gebührensatzungen (Wasser/Klärschlamm, Straßenreinigung, Abfall, Feuerwehreinsätze) auf dem Programm gestanden, da aber mehrere dieser Unterlagen deutlich zu spät ankamen und so umfangreiche und wichtige Zahlenwerke kaum noch zu bearbeiten sind, wenn bis sie zur Sitzung ein bis drei Tage vorliegen.

Solare Kataster
Die CDU kann ganz toll zuhören. Kaum sagt da unser Fraktionsvorsitzender, er fände ein Solarkataster sinnvoll, stellt die CDU dazu einen Antrag. Kostenprüfung eines Solarkatasters. Wir waren unterdessen dabei, das vor Einbringung eines Antrags einfach selbst zu machen, aber wenn man halt mit vielen Anträgen punkten und nebenbei die Verfasung eines Antrags noch als Eieruhrersatz nutzen will, macht man das so.
Solarkataster haben sich in anderen Städte als sehr erfolgreich in der Förderung von Solarenergieanlagen erwiesen, da Hausbesitze rhier naschauen können, ob ihre Lage grundsätzlich geeignet ist. Das wiederum hilft bei der Entscheidung, ob es sich lohnt, einen dezidierten Fachberater hinzuzuziehen, um mit diesem genauer planen zu können.
Na gut, stimmen wir mal zu.

Und sonst so
Dann gab es noch die gute Nachricht, dass die Förderstelle in Jülich die Fördergelder für den Klimaschutzmanager (endlich!) genehmigt hat.
Ausserdem wurde in den Mitteilungen der Verwaltung auf die Möglichkeit von Eingaben zum geplanten AKW Borsselen hingewiesen.
Die Feuerwehr baut 2012 in Neuwerk (Bendhütter Straße) um, damit die Garagen dort in Zukunft auch groß genug für die Fahrzeuge sind. An dieser Stelle kamen Zweifel wegen der Höhe der Architektenkosten auf, die nicht beantwortet werden konnten und bei denen wir letztlich darauf vertrauten, dass der Bauausschuss diesen in seiner Zuständigkeit liegenden Aspekt sachgerecht bewertet hat.

06.12.2011

eBook-Land: Woche 6 und 7

Bücher im Verkauf: 3 | Davon Eigene: 1 | Einkünfte bisher: 6,00 € | Verkäufer: 6
So, Woche 6 war ja durch die ganze Geschichte mit amazon.de ausgefallen. Ich hatte einfach das Gefühl, dass es bei so einer umfassenden Aufregung in den Blogs wichtig war, sich erstmal ein Bild zu machen.
Jetzt, direkt vor Weihnachten und Jahresabschluss sammeln sich die Termine (ja, einschließlich Sonntag) doch recht eng, wodurch relativ wenig Bewegung im eBook-Bereich ist. Allerdings ist das auch genau die Zeit, in der die virtuelle Käuferschaft regelmäßig nachlässt, da lieber Weihnachtsgeschenke gekauft werden. Von Thanksgiving in Amerika ganz zu schweigen. So zumindest das, was ich bei Leuten, die schon länger dabei sind, raushöre.
Abseits der eigenen Veröffentlichungen geht es überraschend voran: Ich werde mich diese Woche mit zwei Autoren und einem Verleger treffen, die sich ebenfalls für das Thema interessieren. Darauf bin ich auf jeden Fall sehr gespannt.
Unterdessen sind meine eBooks seit dem 1. Dezember auch in den brandneuen Kindle-Abteilungen von amazon.it und amazon.es verfügbar, womit die Zahl der Orte, wo man mein Buch aktiv nicht kaufen kann auf 6 steigt.

Phase 1
Okay, mein Lulu-Passwort hätte ich schonmal wiedergefunden, leider generiert Calibre aber fehlerhafte ePubs aus meinen Mobi-Dateien. Das heisst, ich muss die ePubs mit einem eigenen Programm (etwa Sigil) erstellen. Da ich meinen Computer aber grade wegen sich ansammelnder Abstürze seit dem Wechsel des Prozessors (der alte ist bei Durchknallen einer Sicherung kross gebraten worden) auf eine Neuinstallation vorbereite, setze ich momentan keine neue Software auf.
Zumindest hat The Last American schonmal eine ISBN, wozu auch immer sowas bei eBooks gut sein soll. Einige Händler wie Apple (iBooks) und Barnes & Noble (Nook) verlangen die allerdings beim Einstellen ins dortige Angebot.

Phase 2
Es geht langsam voran:
Feuchten Fußes ist zu 60% fertig. Ich bin trotz des zäh gewordenen Verlaufs zuversichtlich, die restlichen 40% am kommenden Wochenende schreiben und das Ergebnis dann veröffentlichen zu können.
Die Version 2.0 von Dieses Cover ist Müll! Lernen Sie warum kommt in ähnlichem Tempo voran, wobei sich hier schwer abschätzen lässt, wie schnell das fertig wird. Ich bin mir noch nicht sicher, wie viel neuer Inhalt letztlich dazukommt, da inzwischen noch ein paar weitere Ideen einfließen (und andere wohl wieder rausfallen). Aber als kleinen Teaser und um diesen Text etwas hübscher aussehen zu lassen mal drei der neuen Bildbeispiele eingeschoben. Warum das Negativbeispiele sind, darf jeder mal selbst überlegen ;-) .
Und da ich gleich genau wie bei dem letzten Beitrag schon wieder direkt los muss (wie gesagt, der Dezember ist eng mit Terminen belegt) verabschiede ich mich diesmal nach einem etwas kürzeren Teil der eBook-Land-Reihe.
Nächste Woche dann wieder etwas ausführlicher.

Zum KrIZ

Es geht momentan in der Stadt durch die Schlagzeilen: Das Kriseninterventionszentrum (Kriz), derzeit an der Kyffhäuserstraße beheimatet, soll nach Wickrath umziehen. Grund dafür ist, dass sich die Einrichtung vergrößern will und in Wickrath den entsprechenden Platz gefunden hat.
Die Anwohner mögen das nun gar nicht und so entstand eine Bürgerinitiative. Deren Webseite verlinke ich jetzt nicht. Einerseits, weil Georg Mertens von der BI sie selber suboptimal findet (sie also wohl nicht repräsentativ für die Gruppe ist) und andererseits, weil z.B. die Farbgebung doch sehr zweifelhaft ist. Sagen wir mal so: Wenn einem öffentlich rechte Positionen vorgeworfen werden ist das Farbschema schwarz-weiss-rot wenig geschickt (ich bin mal so höflich, einfaches Ungeschick zu unterstellen).

Besagte Initiative macht sich darum Sorgen, dass der "Kisenherd Wickrath" dadurch weiter belastet werden könnte. Quasi als Beleg hierfür zeigen die BIler diese Karte auf, die ich wegen des Urheberrechtshinweises hier nicht einbinde, auch wennd as meine Textwüste hübscher machen würde.
Allein, diese Karte weist Wickrath als einen der ruhigsten und harmonischsten Stadtteile ganz Mönchengladbachs aus. Ganze zwei Schwerpunkte (Bahnhof und Marktplatz, also übliche Verdächtige wo immer diese zwei Plätze existieren) sind als "Brennpunkte" markiert, ausserdem das ehemalige Militärviertel. Beklagt werden "herumlungernde Jugendliche". Da ich "herumlungern" bisher nicht im Strafgesetzbuch finden kann (und wenn, würde ich lautstark dagegen protestieren) ist mir nicht ganz klar, worin der "Brennpunkt" bestehen soll. Es ist nicht so wie teilweise in Odenkirchen, Eicken und Mülfort, wo es echte Probleme mit Überfällen, Randale und Einbrüchen gibt.

Das ist das eine. Das andere ist der Umgang mit Schwererziehbaren, der sich hier zeigt.
Ich habe eine besondere Beziehung zu dieser Gruppe, war ich doch in den 90ern 4 Jahre selbst Schüler am Torfbend, heute Peter-Ustinov-Schule. Eben jene Schule für Schwererziehbare, auf die auch die Krizzies gehen werden. Ich war nie auf einem Level mit den Problemkindern des Kriz und habe es deshalb wieder von dort runtergeschafft, aber ich kenne diese Schule und den Umgang mit Schwererziehbaren. Ich kenne mehrere Sonderpädagogen (darunter aktuelle und ehemalige Lehrer am Torfbend), mein Bruder hat jahrelang im Sonderschulbetrieb einer anderen Schule mit geistig behinderten gearbeitet (und ich im Zuge meines Studiums ebenfalls). Meinen Zivildienst habe ich in einer psychiatrischen Klinik geleistet, der Hauptstandort von Hephata befindet sich zwei Straßen von mir.
Aus all dem ziehe ich meine Erfahrungen, wenn ich den Umgang mit schwierigen Jugendlichen (schwer erziehbar oder geiswtig behindert ist letztlich Haarspalterei, da eine eher willkürlich gezogene Bewertungslinie) bewerte. Und daraus ziehe ich eine Erkenntnis: Das schlimmste, was man machen kann ist, diese Jugendlichen zu isolieren. Neben intensiver Betreuung, wie sie Kriz/Dillborn und die Peter-Ustinov-Schule bieten ist auch ein Kontakt zur Normalität notwendig. Solche Einrichtungen gehören in Wohngebiete. Es ist keine Option, das Kriz etwa komplett in ein Industriegebiet zu verlegen, das verstärkt nur die Isolation dieser Einrichtung und verunmöglicht damit den Kontakt Jugendlicher auf Ausgang zu normalen, innerörtlichen Sozialstrukturen. Wer ins Kriz kommt ist mehr als isoliert genug, weitere Ausgrenzung braucht er als allerletztes.

Man kann darüber diskutieren, ob ein Standort näher am Torfbend in Dohr eine gute Idee wäre, allein: Die Ecke Dohr/Mülfort ist tatsächlich ein sozialer Brennpunkt, geprägt durch die Achse Torfbend-Hauptschule-Römerbrunnen. Dort haben wir dann das Problem eines sozialen Umfeldes, in das die Krizzies eben nicht geraten sollten, wenn sie in die Gesellschaft reintegriert werden sollen.
Wickrath wäre nicht meine erste Wahl, wenn ich therapeutisch ideale Bedingungen zur Resozialisierung suchte - das wären Hardt, Giesenkirchen oder Rheindahlen. Das wichtigste Gegenargument zu Wickrath ist die Art und Weise, wie die anwesenden Anwohner ihrem Protest Ausdruck verliehen haben (den Schilderungen mehrere Anwesender nach fehlten nur noch Fackeln und Heugabeln). Aber es steht fraglos recht weit oben.
Hier bei mir in Dahl? Klar, warum nicht. Können gerne ins bald ehemalige Krankenhaus St. Kamillus einziehen, 50 Meter die Straße runter. Oder auf das Brachgelände des ehemaligen Fußballfeldes am anderen Ende der Aktienstraße. Ich hab nur keine Ahnung, wie sie an die Grundstücke oder zumindest einige Räume dort kommen könnten. Ich weiss bei beiden, wer die Besitzer sind und beide haben grundsätzlich wenig Interesse zu verkaufen.

Jetzt muss ich weg, daher muss die Politur des Textes ausfallen. Aber das wollte ich vorher noch gesagt haben.

01.12.2011

amazon.de

Es geht grade als Skandal durch die Blogosphäre: Amazon hat... irgendwas gemacht. Faktisch korrekt ist, sie haben sich zwei Wochen Arbeitszeit von "Saisonarbeitern" fremdfinanzieren lassen. Gern im Netz verbreitet wird die Behauptung, diese Arbeiter hätten in der zeit kein Geld erhalten. Doch zu dieser Differenz später mehr.
Meinen Beitrag eBook-Land: Woche 6 ließ ich daraufhin erstmal ausfallen, um mir in der Zwischenzeit ein Bild zu machen. Andere reagierten prompter und kündigten kurzerhand ihre Zusammenarbeit mit Amazon.de auf, darunter durchaus auch von mir durchaus hoch geschätzte Seiten. Allein, ich habe meine Zweifel an dem ganzen.
Ich werde weiter amazon nutzen. Und hier sind meine Gründe warum:

Mangel an Optionen
Nicht nur bietet amazon den einfachsten Zugang zu seinem Angebot für unabhängige Autoren, es beherrscht auch den Markt für elektronische Bücher. Da sind einerseits die Hürden, die deutsche Anbieter verlagsunabhängigen Autoren entgegenstehen. Das ist in den USA dank Barnes & Noble als direktem Konkurrenten zu Amazon besser, aber B&N liefert nicht nach Deutschland, die haben eine Sperre für ausserusane Nutzer. Auf der anderen Seite steht die Tatsache, dass niemand einen derartig hohen Marktanteil im eBook-Markt hat wie Amazon. Um auf diese Umsätze verzichten zu können, sollte man nicht unter die Auflagenzahlen eines Andreas Eschbach kommen.

Sondersache KDP
KDP (Kindle Direct Publishing) hat es in den USA geschafft, zahlreichen Schriftstellern zu einem wesentlich besseren Einkommen zu verhelfen und die Big 6, das Oligopol der sechs großen Verlagsgruppen, zu entmachten. Nicht länger bestimmen die Verlage, was die Leser lesen, sondern die Leser selber. Das ist im Grunde das, was die Blogs mit den Zeitungen gemacht haben - nur halt auf die Buchbranche übertragen. Ich denke, dass das, was Amazaon damit für die Autoren geleistet hat, die vom Spiegel aufgedeckte Geschichte überwiegt. Gäbe es ein zweites Unternehmen, das dies von sich behaupten könnte, sähe dieser Punkt vielleicht anders aus.
Hinzu kommt dann noch, dass die eBooks als rein elektronisches medium gar nicht durch die Logistik gehen. Die eBooks werden von einem Server in Chicago oder Luxemburg aus zur Verfügung gestellt. Einzig die Lesegeräte gehen einmalig durchs Logistikzentrum.

Achja, Bertelsmann
Die angesprochenen Big 6 bestehen vor allem aus in Deutschland basierten Verlagskonglomeraten und ganz vorne dabei sind die Holtzbrinck-Gruppe und Bertelsmann, wobei Bertelsmann der absolute Gigant ist, der den Buchmarkt sowohl in den USA als auch in Deutschland beherrscht. Die Umsätze dieses Giganten haben besonders unter der eBook-Revolution gelitten, gehört ihm doch mit Random House genau jener Verlag, der Marktführer in jenen Literaturfeldern ist, die der Kindle am schnellsten auffrisst (Taschenbuchausgaben von in SF, Fantasy und Liebesromanen). Das ist die eine eins zum Zusammenzählen.
Die andere eins ist, dass Bertelsmann in Deutschland den wohl größten und effektivsten aller Lobbyverbände besitzt: Die Bertelsmann-Stiftung. Und eines seiner Organe ist - ratet mal - Der Spiegel.
Ich sage nicht, dass die Behauptungen des Spiegel falsch sind, ich halte sie sogar grundsätzlich für wahr. Aber ich sage, dass die gesamte Branche so vorgeht und die Tatsache, dass Amazon als Sündenbock herausgepickt wurde ist von durchaus politischer Brisanz. Wenn Amazon nicht aufgehalten wird, droht dem deutschen Verlagswesen mit dem kommenden Weihnachtsgeschäft der Anfang jenes Endes, das sich in den (entgegen aller Gerüchte und Vorurteile extrem büchervernarrten) USA aktuell abzeichnet.
Hatte ich eigentlich erwähnt, dass wir Bertelsmann wohl mit Fug und Recht als einen Vater der Generation Praktikum bezeichnen können? Denn nirgends sind (gemessen an meinem Bekanntenkreis) mehr Pratikanten im Betrieb als bei Bertelsmann und seinen zahlreichen Tochterkonzernen (allen voran RTL).

Informationsmangel
Was wir aus dem Spiegel-Artikel wissen ist, dass die Kurzarbeiter bei Amazon zwei Wochen lang vom Stat bezahl werden. Wa swir nicht wissen ist, wie viel Geld sie erhalten, wie lange diese Arbeiter da bleiben, wie viele übernommen werden, warum vorzeitig ausscheidende ausscheiden etc. pp.
Das ist mri dann doch zu dürftig. Die Aussage des Hungerlohns jedenfalls ist auch durch den Spiegel-Artikel nicht gerechtfertigt udn sowohl Amazon selbst als auch das Arbeitsamt erzählen eine andere Geschichte als der Spiegel, etwa davon, dass nicht wenige dieser Arbeiter eine Festeinstellung erhalten. Und ja, der verlinkte RP-Artikel ist deutlich älter als die recycelte Spiegel-Geschichte. Was auch noch so ein Punkt ist: Wenn zwischen RP-Artikel und Spiegel-Bericht zwei Wochen stehen, warum ist der Spiegel-Bericht dann so sparsam mit Infos und bietet im Vergleich nichts neues?

Meine Schlussfolgerung aus dem allen: Amazon ist nicht unschuldig, aber handelt letztlich nur wie alle anderen. Ob die Vorwürfe korrekt sind, ist ungeklärt. Ausser Zweifel steht aber, was der Konzern für die unabhängige Autoren- und Schriftstellerszene und damit die Etablierung einer neumedialen Gegenöffentlichkeit leistet und geleistet hat.
Angesichts dieser gesellschaftlichen Rolle bin ich willens, Amazon einen Vertrauensvorsprung zu gewähren, den sich der Spiegel seit dem Abgang Rudolf Augsteins verdorben hat.

28.11.2011

Zur grünen Urheberrechtsreform

Eine der wohl beeindruckendsten Leistungen des Verlagswesens ist es, uns ein Urheberrecht, das mit jeder Reform weniger den Autoren und mehr den Verlagen dient als Fortschritt zu verkaufen. Inzwischen sind wir an einem Punkt, an dem die Rechte am Werk eines Urhebers 70 Jahre nach seinem Tod bestehen, also insgesamt gut 2 bis 3 Generationen ohne eigene Leistungen daran partizipieren können.
Das führt zum Verlust großer Mengen an Kulturerzeugnissen, denn nur eine absolute Minderheit an Werken wird auch nur 10 Jahre nach Veröffentlichung weiter gedruckt, von 70 Jahren nach dem Tod des Verfassers ganz zu schweigen. Da eine Ausnahme zu sein gleicht der Aufnahme in eine literarische Ruhmeshalle und wer das schafft, verdient mit seinen Werken genug Geld, um sich keine Sorgen um seine Erben machen zu müssen. 99% aller Bücher sind nur mehr antiquarisch verfügbar und ihre Neuauflage wird durch ungeklärte Urheberrechtsnachfolge verhindert. Beim Rest wird mit jeder Neuauflage ein Fortbestehen unwahrscheinlicher, da die zeitnahe Relevanz eines Werkes sinkt. Die Rate der durch solche Vorgänge vergessenen und damit verlorenen Werke dürfte sich 99,9% annähern. Um 70 Jahre nach seinem Tod noch verlegt und nicht vergessen zu werden, muss man schon Goethe sein. Und wenn man diese Bedeutungsstufe hat, dann verdienen die Verlage problemlos auch ab dem 71. Jahr an urheberrechtsfreien Werken (siehe Reclam). Wobei Goethe lustigerweise niemals einen Urheberrechtsschutz hatte und trotzdem über die Runden kam, aber das ist nochmal eine andere Geschichte.

Dann sind da noch Drecksvereine wie die GEMA, die von Künstlern sogar dann noch Geld kassiert, wenn sie ihre eigene Musik aufführen. Von solchem Kram wie der GEMA-Vermutung mal ganz zu schweigen (kurz gefasst: Jeder Künstler ist GEMA-Mitglied, es sei denn, er kann das Gegenteil belegen). Achja, und die Geschichte, dass die GEMA Musikvideos auf Youtube selbst dann sperren kann, wenn sie vom Künstler selbst eingestellt wurden, was ein offener Widerspruch zum Urheberrecht ist, das dem Verfasser eines Werkes die volle und unveräusserliche (!) Entscheidungsfreiheit über die Nutzung seiner eigenen Werke gewährt.

Dass die Verwertungsgesellschaften im Grünen-Beschluss zur Netzpolitik deutlich eingeschränkt werden sollen, ist also gut.
Mein persönlicher Vorschlag zur Frist war ja lebenslang zuzüglich 5 Jahre, damit die Verlage nicht urplötzlich vom Tode ihrer Autoren überrascht werden. Aber die Diskussion über den konkreten Zeitraum ist ja noch relativ offen. ZUmal das verlagswesen ja allem Anschein nach eh nicht mehr allzu lange existiert. Angesichts der eBook-Revolution gebe ich dem Verlagswesen noch etwa 100 Jahre, bis selbst der letzte Nischenverlag verschwunden ist.

24.11.2011

Erste Eindrücke vom Masterplan MG

Ich bin, das vorweg, kein großartiger Fan des Masterplanvorhabens. Vor allem deshalb nicht, weil die IHK da mitmischt (die IHKs, der mE größte Konstruktionsfehler der BRD...) und auch, weil es im Grunde eine Kernaufgabe kommunaler Politik (Stadtentwicklung) an Externe abgibt, womit die desaströse Privatisierung der Existenzsicherung einen weiteren Schritt voran kommt. Überrascht wurde ich dann gestern abend doch, wie wenig dieser Einfluss zu spüren war.

Nach komplett uninteressanten Redebeiträgen der Initiativenleiter kamen die Politiker zu Wort, wobei jeder 5 Minuten hatte.
Hans-Peter Schlegelmilch (CDU) glänzte mit fehlendem Verständnis des Konzeptes "5 Minuten" und kam auf die glorreiche Idee, nach 7 Minuten Text das Wort "Masterplan" zu Buchstabieren, also aus jedem Buchstaben ein eigenes Stichwort zu machen. Ein Stöhnen ging durch das Publikum. Dass das "M für Mut" dabei nur 75% der Größe der anderen Buchstaben hatte gereicht immerhin zur amüsanten Anekdote. Als alle sich nach 14 Minuten endlich erlöst fühlten machte er aus "MG" noch ein krampfhaftes "Mitmachen! Gemeinsam!", woraufhin eine einzige Person zur Irritation des restlichen Saales überaus lautstark zu klatschen begann.
Lothar Beine (SPD) brauchte genau die 5 Minuten. Unerklärlicherweise meinte Beine, die Masterplaninitiative sei eine Bürgerinitiative. Dieses mangelnde Verständnis, welche Rolle die Bürger in einer Bürgerinitiative spielen scheint mir symptomatisch.
Karl Sasserath (Grüne) nahm sich 7 Minuten, um eine mehrfach von Applaus unterbrochene Zukunftvision von einer blühenden bizentralen Stadt zu präsentieren. Etwas sehr utopisch, aber die Vision an sich war ansprechend und unterschied sich deutlich von den bis dahin gebotenen reinen Verfahrensbeiträgen. Ich häng den Text der Vision an diesen Beitrag an. In den hinteren Reihen amüsierte ich mich allerdings mit Bauderzenent a.D. Hormes über den Zeitplan, den der Beitrag implizierte (ca. 3-4 Jahre).
Anno Jansen-Winkeln (FDP) holte mit einer dreiminütigen Rede Sasseraths Überhang wieder rein. Allerdings sagte er im Grunde nur, dass die FDP keine Visionen für die Zukunft hat oder diese zumindest nicht verraten will.
Bernd Püllen (FWG) sagte für seine Fraktion das selbe, brauchte dafür aber 10 Minuten. Wobei eine dieser Minuten allein auf die Sprechpausen zurückzuführen sein dürfte.
Martin Selt (Linke) brachte als zweiter Redner eine Stoßrichtung ein und fasste diese unter dem Stichwort "Menchengladbach" zusammen. Was zwar nur dann funktioniert, wenn man "Menschen" so ausspricht wie Sasserath, aber nun gut. Ich bin jetzt jedenfalls sehr für die Neubenennung Kleine -Grüne-Männchen-Gladbach. Nur fasste er sich mit knappen 2 Minuten extrem kurz, womit es beim netten Wortspiel und dem Vollkontrast zur CDU blieb.

Daraufhin folgte dann die eigentliche Planvorstellung. Sir Nicholas Grimshaw präsentierte einige seiner bisherigen Projekte, die ich offengestanden alle wenig einladend fand. Aber Grimshaw ist ja glücklicherweise nicht als Architekt nach MG gekommen. Nachdem die Übersetzerin wegen allzu freier Übersetzung abgestellt wurde gab er mehr Sprechblasen über die Stadt ab, als meine Comicsammlung. Immerhin brachte er den Begriff "Stadt der zwei Herzen" ein und seine Mitarbeiterin namens Hu, aber leider ohne Doktorgrad trug die Feststellung vor, dass Gladbach zu viele breite Straßen hat, die Rad- und Fußgängerverkehr einschränken.
Nun wird das gerne mal festgestellt, mal mit mehr, mal mit weniger Überzeugung, aber der dortige Kontext lies zu meiner Freude deutliche Ablehnung dieser Situation erkennen. Man kann jetzt noch anmerken, dass etliche der Bilder von MG nicht aus MG stammten (das Stichwortbild zu ÖPNV etwa war eindeutig die Straßenbahn in der neusser Fußgängerzone und der Schlosspark Benrath ist auch etwas ausserhalb von MG), aber das zählt auch eher in die niedlichen Anekdoten.

Es folgte eine Diskussionsrunde, in der die anwesenden Bürger sich einbrngen durften. Dort meldeten sich etliche übliche Verdächtige, anmerkenswert fand ich hier die Idee, die Allee der Richard-Wagner-Straße bis vor den Berliner Platz weiterzuziehen. Dass der Masterplan explizit unter Auslassung der Aussenbezirke (einschließlich des JHQ) arbeitet fand ich dagegen weniger prickelnd, denn an diesen hängt in den nächsten 10 Jahren viel in der Stadtentwicklung.

Wir werden sehen, was hinten rauskommt. Demnächst geht ein Forum auf der Webseite der Initiative online und ich werde selbstverständlich dort vor Ort sein.

Der Eindruck der meisten Besucher war übrigens, soweit ich mit ihnen nach der Veranstaltung gesprochen habe, positiver. Vielleicht ist es einfach das Schicksal der Politiker, Dinge wie "Mönchengladbach muss attraktiver werden" praktisch täglich zu hören und dies dann irgendwann nur noch als Sprechblasen wahrzunehmen.

Visionsbild aus Karls Rede
[...] Wir treffen uns in dieser Runde in drei Jahren an einem Sonntagmorgen in der gerade eröffneten neu gebauten Stadtbibliothek. [Applaus] Ich komme -wie heute auch schon- mit dem Rad, aber dann komfortabel über ein durchgängiges bequemes Radwegenetz. Wenn es schlimm regnen sollte, nehme ich den leisen Elektrobus, der dann auch sonntags morgens regelmäßig fährt. [erneuter Applaus] Die neue Stadtbibliothek ist zum angesagten Treffpunkt der Bürgerschaft geworden, die Mitgliedszahlen und Besucher haben sich verdoppelt, und insbesondere auch am Wochenende gibt es reichlich kulturelles Programm. In Mönchengladbach lässt es ich auch in der Innenstadt zunehmend besser leben. Durch den Masterplan initiiert, ist es für Investoren attraktiv, wieder in den Innenstadtlagen neue Arbeitsplätze zu schaffen. Beispiel sind die dann gerade im Bau befindlichen innovative Bürogebäudekomplexe auf dem ehemaligen Zentralbadgelände und Haus Westland, wo jeweils mehr als 500 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Aller Orten entstehen schöne große und kleine Plätze, und auf dem zuerst fertig gestellten Rheydter Marktplatz hat sich unter der Kirschbaumallee der neue Studententreffpunkt etabliert. Denn Rheydt hat sich abseits der Hektik als Stadt der kurzen Wege nicht nur bei Senioren einen guten Ruf, sondern durch die neu entstandenen Studentenwohnheime ist hier buntes Leben. Die Gesamtstadt Mönchengladbach wird in ein paar Jahren nicht mehr nur auf Borussia reduziert wahrgenommen, sondern als lebenswerte Stadt am Niederrhein, die nicht nur den Strukturwandel endgültig überwunden hat, sondern fit ist ist für die Zukunft. Mit bürgerschaftlichen Engagements gibt es lebendige Innenstädte, ein lebendiges Kulturleben die ewigen Nörgler sind verstummt.

22.11.2011

eBook-Land: Woche 5

Bücher im Verkauf: 3 | Davon Eigene: 1 | Einkünfte bisher: 5,40 € | Verkäufer: 4
Okay, zunächst ein paar Formatänderungen hier: Die Kopfleiste gibt es ab jetzt immer, um die Statistiken gleich zusammengefasst zu haben. Sieht hübscher aus so und bietet einen einfachen Vergleich von Woche zu Woche, wie sich das Geschäft entwickelt.
Daneben werde ich das Blog etwas auffrischen: So, wie es sich aktuell darstellt ist es gut 5 Jahre alt, etliche Links und Einträge in der Seitenleiste sind veraltet und die Blogbuttons sind inzwischen glaube ich auch eine aussterbende Spezies (und ebenfalls veraltet). Mal schauen, was die Woche überlebt, was nicht und was neu dazukommt. Es wird nichts großes, aber ich dachte mir, ich kündige es schonmal an.

Phase 1
Armata und The Last American sind in das eBook-Format ePub konvertiert worden und werden, sobald ich meine Zugangsdaten von vor 8 Jahren wiederfinde, über Lulu.com in weitere Shops (wichtig vor allem Barnes & Noble und iBookstore) eingestellt. Unterdessen sammel ich momentan Material für einen Titel zusammen, der eine Art Hybrid aus Phase 1 und 2 wird. Grobes Thema: Wissenschaftsgeschichte.
Etwas unerwartet sind die Woche 4,50 € an Einnahmen reingekommen. Na dann, auf zur zweiten Vorkommastelle?

Phase 2
In der Nacht von Freitag auf Samstag ist mit Dieses Cover ist MÜLL! Lernen Sie warum mein erstes komplett eigenes eBook erschienen. Die Veröffentlichung ging überraschend schnell, amazon hat bis jetzt bei jeder Veröffentlichung schneller gearbeitet als bei der jeweils vorherigen. Das ist wohl auch in deren besten eigenen Interesse, denn das Weihnachtsgeschäft rückt näher und es scheint wahrscheinlich, dass sich in Deutschland der plötzliche Boom wiederholen wird, zu dem es 2009 und 2010 in den USA kommt: Tausende neue eBook-Besitzer stürmen den Shop, um ihre Geräte zu füllen und hunderte Autoren liefern im Vorfeld Bücher ab, um sich das nicht entgehen zu lassen.
Das war die dritte Veröffentlichung in drei Wochen und ich denke, die vierte Woche sollte mit Feuchten Fußes ebenfalls hinhauen. Mein Sachbuch über die ersten Amphibien wird also voraussichtlich dieses Wochenende erscheinen. Mittlerweile überlege ich allein aufgrund der Geschwindigkeit, mit der ich im Sachbuchbereich arbeiten kann, mich schwerpunktmäßig auf diesen zu konzentrieren.
Für Dieses Cover entstehen derzeit zwei zusätzliche Kapitel für die zweite Ausgabe: Konversion von Printcovern und Optische Linien. Das wird im Endeffekt voraussichtlich dem Umfang von fünf zusätzlichen Seiten entsprechen. Wahrscheinlich werde ich im Zuge der Erweiterung auch die Zahl der Bildbeispiele erhöhen. Es geht hier immerhin um ein visuelles Thema. Die englische Version wird gleich von Anfang an in der 2. Ausgabe erscheinen.
Ich selbst habe bei der Bearbeitung einiges an Erfahrungen im Umgang mit Absätzen und Zeilenumbrüchen gewonnen und bin dazu übergegangen, statt Zeilenumbrüchen Absätze mit Zeilenabstand 0cm einzusetzen. Das sieht deutlich besser aus als ein Absatz ohne voreingestellten Abstand oder ein einfacher rechts bündiger Zeilenumbruch.
Dieses Cover hat bis jetzt noch keine Umsätze hervorgebracht, aber das wird schon, denke ich. Momentan ist es ja noch eher schwierig, das Buch zu finden, wenn man es nicht gezielt über den Titel sucht. Nach der ersten Aktualisierung werde ich anfangen, auf die Zielgruppe (eBook-Selbstverleger) gezielt die Werbetrommel zu rühren.

Phase 3
So wie es aktuell aussieht, wird es zwei Kurzgeschichtensammlungen geben, eine englische und eine deutsche. Beide enthalten jeweils komplett eigene Geschichten, es sind keine Übersetzungen der jeweils anderen Ausgabe. Ich habe über Jahre in eiden Sprachen geschrieben und entsprechend Texte angesammelt. Wahrscheinlich werde ich dann später eine deutsche Übersetzung der englischen und eine englische Übersetzung der deutschen Sammlung ergänzen.
Sicher kein Grund zur Klage.

Phase 4
Es bahnt sich das selbe "Problem" an wie in Phase 2: Zuviele Ideen, um beim alten Plan zu beiben. Ich werde wohl abwarten müssen, welche sich herauskristallisiert. Im Moment bin ich mehrere Wochen vor meinem Zeitplan, daher dürfte das kein großes Hindernis werden. Phase 4 sollte ja erst in einem Jahr fertig sein. Beim jetzigen Stand schätze ich allerdings, bis dahin statt der geplanten sechs so um die 20-30 eBooks im Verkauf zu haben. Dass sich ein kleines Sachbuch (naja, im Umfang eher Sachheft) zu einem Spezialthema innerhalb einer Woche schreiben und lektorieren lässt, hatte ich so nicht erwartet, ist aber im Nachhinein betrachtet logisch, denn sonst würde das ganze Zeitschriftenwesen nicht funktionieren.

Erfahrungen als Kunde
Mal wieder ein Buch rausgeflogen, eine umfangreiche Kafka-Sammlung eingetauscht gegen eine Gesamtausgabe.
Gefreut hat mich, dass man bei amazon.de ähnlich wie bei amazon.com jetzt direkt Online eine Vorschau der ersten 10% eines eBooks erhalten kann und sich dazu nicht erst eine Leseprobe schicken lassen muss.
Etwas erschrocken hat mich diese Woche diese Meldung. Im Gegensatz zur katholischen Kirche habe ich kein großes Problem mit Weltbild (bei Hugendubel war ich nie Kunde). Mit dem Weltbild eReader aber sehr wohl. Das Ding ist ein LCD-Gerät, nutzt also kein elektronisches Papier zur Darstellung. Das bedeutet, der Bildschirm ist schlecht und anstrengend für die Augen. Was nicht so schlimm wäre, hätte Weltbild keine 150.000 eBook-Kunden gewonnen.
Diese starke Verbreitung eines technisch um gute 10 Jahre veralteten Gerätes bestärkt Vorurteile gegen "Lesen am Bildschirm" und schadet mE so dem eBook-Markt insgesamt. Weltbild und Hugendubel mögen so kurzfristig Profite ernten, bauen aber ein System auf, das mittelfristig aufgrund schlechter Qualität nicht funktionieren wird. Ich hoffe, dass ein Großteil dieser Kunden den brauchbaren (aber offenbar nicht wirklich guten) Tablet-PC als Einstieg erhalten haben, nicht den Billig-eReader.












Buch eBook Verbleib Grund


verschenkt Gesamtausgabe

18.11.2011

Dieses Cover ist MÜLL

Da ist es endlich, das erste eBook komplett von mir. Dabei war Dieses Cover ist MÜLL! Lernen Sie warum, eigentlich gar nicht geplant, mehr eine spontane Idee wegen selbst empfundenen Mangels an einem solchen Buch.

Es begab sich vor etwa drei Wochen, dass mir auffiel, wie viele einfach nur furchtbare Cover in den eBook-Shops umherfliegen. In meinem Reader ist bei nur etwa 12% der Cover auch nur der Titel entzifferbar - mal zu klei, mal zu verschnörkelt, mal farblich nahezu mit dem Hintergrund identisch. Dazu kommen Cover mit ganz offensichtlich schnell zusammengewürfeltem Aussehen. Und unpassende Cover: Mein absoluter Favorit sind zwei Kochbücher, deren Titelbilder eine Schreibmaschine bzw. einen Laptop zeigen.

Das war das Eine. Das Andere war, dass ich mich selber nach einem Ratgeber für eBook-Coverdesign umsah. Es gab ein paar Blogs, aber keine Quelle, wo das ganze Wissen mal gebündelt zusammengetragen worden wäre. Ja, es gab ein paar eBooks über eBook-Cover, aber die sahen alle so aus, dass ich doch sehr daran zweifelte, dass die Gestalter ausgerechnet dieser Titel mir etwas über Coverdesign erzählen könnten.
Also musste ich selber ran, alles sammeln, was ich über das Thema wusste und so einen eigenen Ratgeber erstellen. Ich denke einfach, es ist mittelfristig für alle eBook-Verleger (auch mich) schädlich, wenn eine Flut schlechter Cover bei den potenziellen Kunden einen schlechten Eindruck hinterlässt.

Was jetzt noch fehlte war - ausgerechnet - ein gutes Cover. Aber wie macht man ein Cover über Cover? Mit einer Art Galerie? Mit Malwerkzeugen? Mit einem Photoshop-Screenshot? So richtig zünden wollte da alles nicht.
Da kam ich auf die erschreckenden Funde bei meiner eigenen Suche zurück: Diese Cover waren Müll. Und da einer meiner zentralen Ratschläge war, dass ein Cover zugleich zu den Covern der Konkurrenz passen und dort herausstechen musste, hielt ich mich an meinen eigenen Vorschlag.
Ich erstellte ein vergleichbar grausiges Cover (Anpassung), das von sich selbst sofort behauptet, Müll zu sein (Herausstechen). Und das auch noch mit Recht. Hier ist es:

Ein verpixeltes Bild, das nix mit dem Thema zu tun hat.
Gelbe Schrift auf weissem Hintergrund.
Farben, überall Farben!
Grauenhaft plakative Effekte: Goldschrift und Name in 3D
Eine Web2.0-Spiegelng im Untertitel
Ja, da ist ein "Beta"-Sternchen mit dran

Meine einzige Sorge ist, dass das Cover nicht schlecht genug geworden ist. Beispielsweise harmoniert der Untertitel farblich viel zu sehr mit der Erdkugel.
Die große Sorge während der Erstellung war zudem, mich nicht totzulachen. Das war in dem Moment, in dem ich meinen Namen in riesigen pinken 3D-Lettern vor mir hatte alles andere als einfach.

Im Inneren geht es dann um die einzelnen Elemente eines eBook-Covers: Titel, Titelbild, sonstige Textelemente. Dazu kommen noch ein paar Spezialthemen wie die Gestaltung von Buchserien und wieso man diese gerenderten 3D-Buchabbildungen besser sein lassen sollte (Kurzfassung: Die Technik wird gerne von Bauernfängern benutzt und ist daher vorbelastet).

Ich hab einfach mal alles zusammengetragen, was es dazu so gibt und was ich kenne. Allerdings wird das nicht die letzte Version gewesen sein: Kurz nach dem Upload ist mir schon aufgefallen, dass ich das Thema "Optische Linien" ausgelassen habe. Das wird definitiv in die zweite Ausgabe kommen, die alle Käufer der ersten dann kostenlos erhalten können. Das ist eine der schönsten Sachen an eBooks: Man kann sie immer wieder ergänzen und aktualisieren. Eine Tatsache, die ich auch in der Produktbeschreibung angegeben habe, denn für die Käufer ist das ja ein echter Mehrwert.
So wird das momentan noch recht dünne Buch (umgerechnet 30-40 Seiten, ich schreibe halt ungern um den heissen Brei rum) in Zukunft auch immer umfang- und themenreicher.

Am Ende des Buches habe ich dann ein paar Kontaktinformationen gegeben: Twitter, dieses Blog und eine eMail-Adresse, die ich nur für Mails zu meinen eBooks eingerichtet habe. So kann ich das Buch (und auch zukünftige) immer besser auf die Bedürfnisse der Leser ausrichten, in späteren Auflagen Antworten auf besonders häufige Fragen einbinden und nachgefragte Inhalte ergänzen oder ausführlicher gestalten. Und nicht zu vergessen: Mit einem Banner "Version 2.0" wird das Cover noch eine Stufe scheusslicher.
Ich glaube, die Essenz eines wirklich guten Ratgebers ist es, die Fragen der Leser zu ihrer vollen Zufriedenheit zu beantworten. Dank der Möglichkeit, Anmerkungen, Fragen und Wünsche an mich zu richten muss ich nun nicht mehr raten, welche Fragen dies sind.

Dieses Cover ist Müll! Lernen Sie warum ist ab sofort für 3,99 € bei amazon.de und amazon.fr für Kindle sowie die Kindle-Apps auf PC, iPhone, iPad und Android erhältlich. Eine englische Ausgabe unter dem Titel This Cover Sucks! ist in Arbeit, Veröffentlichungen auf weiteren Plattformen folgen.

16.11.2011

Zur Radstation Mönchengladbach

Gestern also endlich in der BV Nord: Unser Antrag für die Radstation Mönchengladbach. Und ausgerechnet an diesem Abend musste ich wegen einem anderen Termin früher weg.

Damit ist das Vorhaben endlich angestoßen. Nun geht e sum die Gestaltung. Und da gibt es verschiedene Vorschläge.
Ein Vorschlag ist, die Radstation quasi hinter den Bahnhof zu verfrachten, in einen etwas versteckten ehemaligen Bunker. Das Stichwort hier ist "versteckt", weswegen mir da überhaupt nicht gefällt. Diesen Fehler haben wir schon in Rheydt gemacht: Eine Radstation, deren Existenz man erst bemerkt, wenn man um den Bahnhof herumgeht.
Der schlichtweg furchtbare Vorschlag, die Station gleich auf die Rückseite des Bahnhofs (Platz der Republik) zu verfrachten spukt ebenfalls noch durch den Raum.
Ein anderes Problem ist die Bauzeit: Eine Radstation zu erbauen kann bis zu 5 Jahre dauern. Das schließt Beschaffung der Fördermittel (und vor allem das Warten auf deren Anerkennung), Ausschreibung etc. mit ein. Und natürlich die Bauzeit.
Ich vertrete nun eine Variante, die Bauzeit und Kosten sparen würde und die ich entsprechend in der Verwaltung und unserer Fraktion zu bewerben begonnen habe: Nutzung bestehender Gebäude. Genau gesagt denke ich an einen Leerstand in der Mündung der Fußgängerzone, aktuell zum Beispiel (mal wieder) im Vituscenter.
Grade das Vituscenter ist interessant:
  • Lage relativ nah am Haupteingang des Bahnhofs
  • Klare Anbindung an die Geschäftsmeile in der Hindenburgstraße
  • Reduzierung der Leerstände in der unteren Hindenburgstraße um eine relativ große Fläche
  • Relativ wenige Baumaßnahmen nötig, im Grunde nur Einrichtung & evtl. Türen
  • Hohe Sichtbarkeit & somit Werbewirkung fürs Rad
  • Lage direkt an einer Landesradwanderstrecke (Goebenstraße)
  • Erhöhung der Attraktivität des Vituscenters
Kurzgesagt: Ich halte diesen Standort für perfekt, es gibt soweit ich das sehe nur Gewinner. Der letzte Punkt mag zunächst nach Unterstützung einer privatwirtschaftlichen Einrichtung aussehen, aber ich halte es für einen schweren Schaden, wenn ein Zentrum dieser Größe - zumal direkt am Eingang der Einkaufsstraße - aufgrund beständiger Leerstände verfällt. Das ist für viele der erste Eindruck von der Stadt und der schreckt eher ab. Darunter leidet dann die ganze Hindenburgstraße und schließlich auch die ganze Stadt.

Ich hatte bereits mit dem Bauderzernenten darüber gesprochen, damals hatte aber grade Woolworth den sich bietenden Leerstand angemietet. Jetzt gibt es einen neuen Leerstand und damit eine neue Chance für einen Einzug. Also dann: Auf geht's.

15.11.2011

eBook-Land: Woche 4

"Expansionspläne"
So, da ich nicht allein auf amazon als einzigen Händler festgelegt sein will, hab ich mich mal weiter umgeschaut. Im englischsprachigen Raum bin ich mit amazon.com und Smashwords (und damit iBooks, Diesel, Sony und Barnes&Noble) schon ganz gut startbereit. Auch einen alten Lulu-Account kann ich da reaktivieren. Der deutsche Markt ist da wohl schwieriger.
Die großen Namen hier sind BOD und Ciando. Aber während das Angebot in den USA kostenlos ist, weil die Händler ja an möglichst vielen Titeln verdienen wollen, verlangen diese beiden Anbieter jeweils 100 € für die Einstellung und Distribution eines eBooks. BOD zusätzlich noch 10 € pro Jahr für die Lagerhaltung (was ich ohne die anfänglichen 100 € übrigens durchaus dafür zu zahlen bereit wäre, mein Buch auch an die großen deutschen Ketten wie Thalia und Weltbild liefern zu können). Ciando ist sogar fast schon bösartig dabei, ist die Tatsache, dass es was kostet doch ganz unten im Autorenvertrag versteckt, ein vorheriger Hinweis findet sich nicht. Das ist nicht nur unverschämt, das ist vor allem unseriös. Äh, nein danke, auf diese Leistungen kann ich getrost verzichten.
Xinxii ist seriös und kostenlos, aber leider auch ein Laden, bei dem man mit Glück ein Buch im Monat absetzen kann.
Dann fand ich Bookrix. Die haben zwar leider einen eigenen Editor (also noch ein zusätzlicher Arbeitsschritt), sind dafür aber kostenlos und bringen das Buch auch in den großen deutschen eBook-Shops unter (Thalia, buecher.de, buch.de, Libri, Libreka, Ciando etc.). Ich denke, damit ist meine Entscheidung für einen Ansatzpunkt in den deutschen Markt neben amazon.de gefallen.
Zur Vermeidung einer Textwüste und um das anzuprangern klaue ich jetzt ein Bild von ciando. Und die können urheberrechtlich nichts dagegen tun, weil es keine ausreichende Schöpfungshöhe hat, so:

Denen hab ich's jetzt aber mal gezeigt

Phase 1
Diese Phase ist mit der Veröffentlichung von The Last American erstmal "abgeschlossen", das heisst aber nur, dass Phase 2 jetzt in den Fokus rückt. Es wird weitere gemeinfreie Titel von mir geben. Bisher hängen die Einkünfte noch unter einem € (genauer: ca. 0,90 €), aber das wird schon. Sie sind jetzt einmal erstellt und verfügbar.
Es sind Nischentitel. Dafür kosten sie mich einmal erstellt erstmal nichts mehr und haben von jetzt bis zu meinem Ableben Zeit, mir einen nennenswerten Gewinn einzubringen. Okay, zwischendurch wird es wohl noch ein paar Formatwechsel geben, die ich mitmachen muss, aber das ist Kleinkram. Abwarten und Tee trinken.
Verteilung der Verkäufe: 2x Armataamazon-Link, 1x The Last Americanamazon-Link. Da letzteres Buch deutlich bekannter ist erwarte ich, dass es sich mittelfristig besser verkauft als Armata.
Ich hab noch mindestens einen weiteren SF-Titel aus der Jahrhundertwende im Regal, der aber auf deutsch ist und somit mehr Zeit brauchen wird, da ich die Fraktur-Schrift per Hand übertragen muss. Ich scheine mich bei diesen Titeln zu einem Spezialisten für Vorkriegs-SF zu entwickeln. Nun gut, warum nicht.
Was ich wohl noch tun werde, weil mir diese Option tatsächlich erst beim Schreiben dieser Zeilen eingefallen ist: Ich werde die beiden Bücher (zumindestens aber The Last American) über Lulu in weitere Onlineshops bringen. Die Option Lulu hatte ich komplett übersehen.

Phase 2
Da ich in dieser Phase erstmals Bücher unter meinem Namen veröffentlichen werde, habe ich lange überlegt, wie ich das mache. eBooks bieten neben anderem die Möglichkeit stärkeren Kontaktes mit den Lesern und ich möchte dies auch als mehrwert für die Käufer in meine Bücher einfließen lassen, zumindest im Bereich Non-Fiction (Ratgeber, Sachbücher etc.).
Also hab ich mir erstmal eine zusätzliche eMail eingerichtet, nur für meine Autorentätigkeit. In diese werde ich mindestens einmal die Woche reinschauen, um Fragen zu beantworten und so weiter. Voraussichtlich immer Sonntag vormittags.
Dann werde ich wieder mein uraltes, lange nicht mehr benutztes Label "Mysterias Media" als Verlagsnamen reaktivieren. Das Label hatte ich Ende der 90er entwickelt und ein paar Mal verwendet, dann aber mangels Publikationen eingemottet. Es macht sich aber ganz einfach gut, einen Verlagsnamen angeben zu können, auch wenn dieser nur ein Label und keine eigenständige Entität ist.
Oh, und das Design dieses Blogs wird natürlich überholt. Das ist ja noch von vor meiner Zeit bei den Grünen. Und noch viel länger vor meiner ersten eBook-Veröffentlichung.
So, nun aber zum Thema Bücher: In der Tat werde ich wohl auch die dritte Woche in Folge ein neues Buch einstellen können. Der neue Kandidat ist ein Buch über eBeok-Coverdesign (wohlgemerkt nicht über Buchdesign, es geht gezielt um eBooks). Gemeinerweise zeige ich das Cover davon aber noch nicht, da es ein integraler Bestandteil des Buchkonzepts ist. Wenn ein Buch von Coverdesign handelt, dann muss es ach entsprechend aussehen.
Ich kann aber schonmal verraten, dass die größte Herausforderung bei diesem Titelbild war, nicht lachend vom Stuhl zu kippen. Das Konzept könnte sich als die dämlichste Idee herausstellen, die ich je umgesetzt habe. Aber hey, hab ich in diesem Bereich was zu verlieren? Also.
Davon ab habe ich inzwischen so viele Ideen für Phase 3 angesammelt, dass ich nicht sicher bin, ob ich die nach zwei Titeln bereits wieder enden lasse. Die Kurzgeschichtensammlung (alias Phase 3) schiebe ich sicherlich dazwischen, aber es gibt im Bereich "deutschsprachige Sachbücher" einfach gewaltige Lücken im Angebot - oder in Marketingsprech unerschlossene Märkte.

Phase 3
Als Start für die Phase 3 hab ich jetzt mal Xampp aufgesetzt und sammle alle meine alten literarischen Texte aus alten Blog-Backups, Textdateien auf PC-Backup-CDs und so weiter für die Kurzgeschichtensammlung. Ein paar Gedichte werden wohl auch dazwischengeraten.
Ich nehme den Wortbestandteil "kurz" in "Kurzgeschichte" in der Regel sehr genau. Da Geschichten mit höchstens 4 Seiten einzeln wohl kaum verkaufbar sind, muss ich die halt bündeln. Ich weiss, dass Anthologien sich im Vergleich zu Romanen schlechter verkaufen, aber auch hier gilt: Einmal herausgegeben gibt es keine Kosten mehr, ich habe also nicht viel zu verlieren und nur zu gewinnen. Auch schlechte Verkäufe sind immer noch Verkäufe.