03.01.2012

e-Book Land: Woche 11

Bücher im Verkauf: 3 | Eigene: 1 | Einkünfte bisher: 29,44 € | Händler: 6
Okay, fangen wir mit den Informationsquellen an: Paper.li hat zwei „Zeitungen“, die ich jedem eBook-Autoren nur empfehlen kann, wenn er auf dem Laufenden bleiben will: Der eBook Klub für die deutsche Szene und Join the eBook Revolution für die englischsprachige.
Paper.li ist ein Service, der Twitter-Nachrichten sammelt. Jede Zeitung aktualisiert sich alle 24 Stunden mit neuen Schlagzeilen aus dem Twitterversum und liefert so ständig aktuelle Links und lässt sich abonnieren, wodurch man bei jeder Aktualisierung eine eMail erhält. Ich empfehle diesen Dienst auf jeden Fall sehr, wenn man immer auf dem letzten Stand bleiben will. Die englische Ausgabe ist etwas besser als die deutsche, aber das liegt daran, dass das Thema dort wesentlich weitreichender etabliert ist als hier.
Ein andere Punkt ist die luxemburgische Mehrwertsteueranpassung. Ich bin offengestanden schockiert, dass Amazon davon allem Anschein nach völlig überrascht wurde. Es ist nicht so, als wäre diese Gesetzesänderung erst am Weihnachtsabend beschlossen worden. Aber anders ist kaum zu erklären, wie unvorbereitet Amazon hier war - es gab nicht einmal eine automatisierte Funktion, die den Preis an die neuen Sätze anpasste? Denn das Vorgehen bei der Preisänderung lässt erahnen, dass die Änderungen per Hand gemacht werden. Für mehrere Millionen Titel! Das Ergebnis ist aktuell ein bunter Salat von Titeln mit unterschiedlichen Steuersätzen. Man sollte meinen, das weltgrößte Internet-Versandhaus mit hohem Automatisierungsgrad bei digitalen Verkäufen hätte eine Abteilung fähiger Programmierer im Haus.

Phase 1
Nach einigem hin- und herüberlegen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass meine beiden bisherigen Veröffentlichungen gemeinfreier Werke nicht mehr meinen Maßstäben entsprechen. Weniger im Inhalt als in der Aufmachung: Ich habe mit jedem Buch mehr über die Formatierung von Text in eBooks gelernt. Der wichtigste Ausfluss davon ist, dass ich die einst verhassten Einzüge am Absatzanfang inzwischen für essenziell für das Schriftbild halte.
Beide meine gemeinfreien Werksumsetzungen haben keine solchen Einzüge. The Last American werde ich definitiv entsprechend anpassen, Armata wird deutlich mehr Arbeit, da das 200 Jahre alte Original vollkommen anders gesetzt war als moderne Romane. Speziell bei Armata stehe ich bei einer Überarbeitung auch erneut vor der Frage: Originalrechtschreibung oder modernes Englisch? Für beide Positionen gibt es gute Argumente.

Phase 2
Ich hatte ja bereits darüber geschrieben, Dieses Cover ist Müll! Lernen Sie warum hat eine deutlich erweitere 2. Version erhalten und wird auch eine 3. Version bekommen. Das war von Anfang an geplant, aber die Geschwindigkeit dessen überrascht mich dann doch. Version 2 hat sich bisher (wohl auch dank des immer noch deutlich zu hohen Preises) noch nicht verkauft. Gar nicht.
Die letzten Monate sind mir so viele Dinge aufgefallen, die darin noch fehlten, dass die Überarbeitung nötig wurde. Viele der Dinge für die 3. Ausgabe sind Sachen, die für Anfänger nötig sind (beispielsweise Grundlagen der Bildbearbeitung), für Fortgeschrittene aber überflüssig und uninteressant. Ich überlege daher, die 3. Version aufzuspalten in eine Lite-Variante ohne die Anfängerinformationen für 2,99 € und eine erweiterte Edition mit diesen Details für die 3,99 € der bisherigen Edition.
Aber eine Sünde ist mir bei der 2. Version doch passiert: Ich habe vergessen, das Cover durch einen Sticker mit einem Hinweis auf die Versionsnummer noch mehr zu verschandeln. Dabei hatte ich mir das so fest vorgenommen!
Das andere Buch in Phase 2, Feuchten Fußes, steht aktuell vor einem ganz anderen Problem: Es wird für meinen Geschmack zu kurz. Ich könnte es zwar für 0,99 € verkaufen, aber ich finde, ein Buch dieser Länge lohnt nicht und habe auch persönlich Vorbehalte dagegen, zwischen dem vielen Schrott in dieser Preiskategorie zu landen. Was meint ihr, soll ich den Sprung in die Billig-Kategorie wagen?

Phase 3
Nur ein kurzer Teaser: Ich habe da noch eine Überraschung vor mit den beiden Anthologien. Die Bände sind definitiv im Zeitplan und sollten also Februar (deutsche Anthologie) und März (englische Anthologie) erscheinen. Beide enthalten jeweils eigene Geschichten, die als Originale in der jeweiligen Sprache geschrieben sind. Ob ich auch Übersetzungen beider in der jeweils anderen Sprache erscheinen, werde ich noch überlegen, Übersetzungen sind grundsätzlich nicht einfach. Es wird wojhl davon abhängen, wie erfolgreich die Anthologien werden. Wenn, werden die übersetzten Editionen aber wohl nicht vollständig sein, denn einige der Geschichten basieren auf Eigenschaften der jeweiligen Sprache, die sich nicht übersetzen lassen (einschließlich einiger Gedichte).

@eBooksfuerlau
Der Twitter-Account, der auf kostenlose Angebote verlinkt war bisher ein ganz guter Erfolg - nach einer Woche 30 Follower klingt nicht nach viel, aber mir scheint das ein ganz brauchbarer Start zu sein. In der einen Woche gab es knapp 400 Klicks auf Amazon und 100 auf iTunes, für den Rest habe ich (noch) keine Affiliate-Accounts.
Geld ist bisher nicht reingekommen, was in dieser Stufe nicht überrascht. Ich rechne mehr mit Einnahmen als einer Art Kollateralschaden in diesem Projekt, wodurch es sich erst bei einer dreistelligen Followerzahl zu rechnen beginnt. Kostenlose deutsche eBooks zu finden, die nicht bereits tausendfach verbreitet sind war in der Weihnachtszeit einfach, wird aber langsam schwieriger. Der Markt ist nicht annähernd so groß wie in den USA, wo täglich allein auf Amazon Dutzende Titel kostenlos abgegeben werden. Und nein, „Piraterie“ ist keine Option.

Kindle gegen Bücherregal
Diese Woche sind drei Bücher rausgeflogen, allerdings ohne Ersatz auf dem Kindle. Zwei davon sind Bücher über C++, die 9 bzw. 11 Jahre alt und somit komplett überholt sind. Das ist eines der klassischen Probleme gedruckter Bücher, die sich mit der digitalen Welt befassen: Wenn man Glück hat, sind sie noch ein Jahr aktuell, nachdem sie bereits ein Jahr auf dem Weg von der Schreibmaschine und die Druckereien in den Handel geschafft haben. Papierbücher über Programmierung sind ganz einfach eine vollkommen sinnlose Idee, dafür entwickelt sich die Technik und Szene in diesem Bereich einfach zu schnell.
Stadt in der Krise indes ist einfach ein uninteressantes Buch. Das Thema ist sicher extrem relevant, aber ich musste mir kein Buch kaufen, um herauszufinden, dass die Städte darunter leiden, dass sie von der Regierung zu viele Aufgaben und zu wenig Finanzmittel bekommen haben. Das weiss jeder, der sich irgendwie für das Thema ernsthaft interessiert auch ohne 250 Seiten darüber zu lesen.
Noch uninteressanter sind dann die Lösungsvorschläge des Autoren, die sich zusammenfassen lassen mit „Steuern erhöhen“.
Unterdessen habe ich dank Amazons aktueller Verschenk-Aktion Heilige Scheiße runterladen können, das schon länger auf meiner Wunschliste stand. Hätte ich doch nur vorher gewusst, dass es von den Autoren des unsäglich dämlichen Generation Doof ist, einer mir zutiefst verhassten Sammlung dummer Vorurteile über, was auch sonst. die „.Jugend von heute“.
Nein, irgendwie keine gute Lesewoche. Naja.