17.01.2012

eBook-Land: Woche 13

Bücher im Verkauf: 3 | Eigene: 1 | Einkünfte bisher: 30,59 € | Händler: 6
Manchmal ist es ja doch interessant, auf was für Hindernisse man so stößt: Mein Schreib- und Lektoratsprozess wird grade von der Tatsache aufgehalten, dass das Wetter zu sonnig ist. Nein, nicht, was ihr jetzt denkt. Mein Monitor steht auf der Süd-Fensterbank. Normal kein Problem, da das Fenster von Weinranken beschattet wird, aber im Winter sind die laubfrei und die tiefstehende Sonne scheint um die Mittagszeit genau da rein. Nachmittags/Abends hingegen habe ich in der Regel keine Zeit. Einige Sachen sind auf dem Laptop, den ich einfach woanders hinstellen kann, aber die schon länger laufenden Projekte halt nicht. Jetzt muss ich mich entscheiden: PC umsetzen oder Rolladen reparieren (stecken im Kasten fest seit ich einmal etwas zu stark gezogen habe)? Wobei ich ja eh vom Desktop-PC weg will, das Problem könnte sich also von alleine erledigen.

Phase 1
Das erste deutschsprachige Projekt basierend auf einem gemeinfreien Werk ist beinahe fertig. Der Umsetzungsprozess war etwas lästig, da ich den im Original in Fraktur gesetzten Text mangels geeigneter Texterkennung per Hand abtippen musste. Interessant ist hier die Einführung des neuen Kindle-Formats von KF8, in dem sich auch Schriftarten einbetten lassen. Das Buch in der Originalschrift rauszubringen hätte durchaus einen gewissen Reiz, zumal ich persönlich wegen des Leseflusses gebrochene Schriften der modernen Antiqua ohnehin bevorzuge.
Unterdessen habe ich zwei französischsprachige gemeinfreie Propjekte in meine Planung aufgenommen. Dort gibt es noch große Lücken, in die Indie-Verleger einspringen können.

Phase 2
Das ist die wohl wichtigste Erfahrung im Sachbuchbereich: Nichts kostet soviel Zeit wie ein ständig aktuell gehaltenes Buch zu einem sich schnell entwickelnden Thema. Die 3. Auflage von Dieses Cover ist Müll ist auf einem guten Weg, aber schon allein aufgrund der rasanten Entwicklung in diesem Bereich gehe ich einfach mal davon aus, dass das Buch dieses Jahr problemlos die 5. oder 6. Auflage erreicht. Allerdings werde ich die Aktualisierungen in Zukunft in größeren Abständen bringen (oder jedesmal nur kleinere Überarbeitungen machen, keine komplett neuen Kapitel einfügen), alles andere kostet schlichtweg zuviel für andere Projekte benötigte Zeit.

Phase 4
Der ärgste Feind des Schriftstellers ist die Idee. Immer wieder schmuggelt sie sich ein, drängt sich vor das aktuelle Projekt und schnippst beim Aufzeigen mit den Fingern, damit der Lehrer sie auch bemerkt. Der die Streberin lieber ignorieren würde, damit die anderen auch mal zu Potte kommen.
Nun, ich bin über eine besonders strebsame und vielversprechende Idee gestolpert. Sprich, ein anderes Projekt hat sich vor mein Romanprojekt gedrängt und nimmt ihm jetzt die Zeit. Es ist eine eher kurze, direkte Geschichte mit aktuellem politischen und lokalen Bezug (deswegen die Bevorzugung) in einem für mich eigentlich untypisch actionreichen Stil. Das Thema lässt viele Umsetzungsmöglichkeiten offen, daher kann ich den Titel ruhig schon mal verraten: Castor.
Die Novelle, voraussichtlich um die 100 umgerechnete Printseiten lang, dürfte kurz nach Karneval fertig sein und somit Ende Februar erscheinen. Komplett neues Genre, aktuell lokalpolitisches Thema (die CASTORen rollen 2012 durch den Niederrhein), neuer Stil und ein zeitlich sehr kurzer Schreib- und Lektoratsprozess wegen aktuellem Bezug. Das wird mit Sicherheit interessant. Diese Art zu schreiben habe ich in der Vergangenheit schon genutzt, aber das ist 15 Jahre her. Mal sehen, wie das heute läuft. Zudem denke ich, das Buch ist gut für eine Verfilmung geeignet. Ich werde zeitgleich mit der Veröffentlichung ein-zwei Produktionsfirmen anschreiben, in deren Portfolio die Geschichte hervorragend passen würde. Im Grunde wird das wohl nach dem langen Vortasten mein erstes wirklich groß angelegtes Projekt.
Für den Titel habe ich ein Bild gefunden, aber das ist von der dpa und da muss ich erstmal schauen, was die Bildrechte kosten. Ich kann auch ein simples Cover mit dem Radioktivitätssymbol basteln, aber das wäre doch etwas langweilig. Mein Cover soll einen CASTOR-Transporter kriegen.
Das hierdurch nach hinten geschobene Projekt trug übrigens den Titel Neanderthalensis, wo ich schon beim Titelankündigen bin.

Kindle gegen Bücherregal
Christian Morgenstern ist ein weiterer Vertreter derer, deren Werk wegen Übergangs in die Zeit nach dem Urheberrecht nun überall kostenlos verfügbar ist. Das war 2002, als ich diesen Band kaufte zwar auch schon so, damals war das Lesen von eBooks aber noch eine unangenehme Sache und ein solcher Sammelband sinnvoll.
Damit fällt ganz nebnbei der mit 7 Zentimetern dickste Einzelband aus meiner Sammlung, eine solche Lücke wird ein Papierbuch nie wieder schlagen. Zumal der jetzt dickste Band ein Wörterbuch ist, das so schnell nicht verschwinden wird. Das klingt erstmal nach uninteressanter Trivia, aber es ist schon ein interessanter Schritt, denn diese Lücke fällt durchaus auf und so langsam wird sichtbar, dass mein Bücherregal deutlich an Masse verliert. Der Punkt, an dem die Buchreihen ganz oben auf meinen Bücherschränken verschwinden und alle Bücher in meine Schränke passen, zeichnet sich langsam ab.

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