13.12.2011

eBook-Land: Woche 8

Bücher im Verkauf: 3 | Eigene: 1 | Einkünfte bisher: 24,81 € | Verkäufer: 6
Trotz meines dezemberlichen Zeitmangels eine bewegte Woche. Es ist Bewegung in der eBook-Welt und auch für mich gibt es einige interessante Entwicklungen. Da es keine neuen Veröffentlichungen meinerseits gibt diesmal keine Einteilung nach Projektphasen, sondern nach Entwicklungen.

KDP Select
Fangen wir mit dem an, was alle Indie-Autoren betrifft: Amazons KDP Select.
Dabei handelt es sich um ein Programm, mit dem man seine Bücher für den Verleih an Kindle-Besitzer mit Amazon-Premium-Konto freigeben kann. Dafür erhält man einen Anteil an den Einkünften aus dem Premium-Programm. Ausserdem erhält man die Möglichkeit, sein Buch für 5 Tage kostenlos zu setzen. Das wäre für sich durchaus interessant. Es gibt aber zwei erhebliche Pferdefüße, wegen derer ich bei diesem Programm ganz einfach nicht mitmachen werde, trotz des meines Erachtens großen zu erwartenden Werbeeffekts.
1. Exklusivität. Von Teilnehmern an dem Programm erwartet Amazon, dass sie ihre Bücher exklusiv bei Amazon einstellen. Selbst wenn sich das finanziell lohnen würde: Ich unterstütze Monopole ganz einfach nicht, wenn ich eine andere Wahl habe. Amazon versucht zunehmend, sein Angebot mit exklusiven Angeboten zu füllen und das halte ich für überaus problematisch. Bücher, auch elektronische, müssen zumindest theoretisch jedem zugänglich sein. Exklusivität für ein Gerät ist eine zu große und vor allem unnötige technische Hürde.
2. Die Einkünfte dürften nicht nennenswert sein. Für den Dezember gibt es 500.000 $ zu verteilen. Das ist, einmal aufgteilt, aller Voraussicht nach nicht sonderlich viel. Ich würde sogar sagen, selbst eBook-Bestseller wie J. A. Konrath dürften damit nicht glücklich werden.

Autorengemeinschaft
Am Freitag traf ich mich mit zwei Autoren, die sehr am Thema eBook interessiert sind. Das Treffen verlief fruchtbar und wir beschlossen, gemeinsam unsere Stärken einzubringen - wir alle schreiben, einer von uns macht das Marketing und ich die Technik sowie Lektorat. Die Einkünfte werden danach aufgeteilt, wer welchen Anteil hatte. Als erstes Ergebnis davon habe ich das Lektorat für einen vielversprechenden Vampirroman übernommen, der dann im Frühjahr erscheinen soll (sofern nicht vorher ein Printverlag zuschlägt, diese Option ist ausdrücklich offen gelassen).
Dazu kommt natürlich gegenseitige Bewerbung und die Möglichkeit, öfter mal gemeinsame Geschichten oder auch Sammlungen rauszubringen. Ich spiele auch schon länger mit dem Gedanken, Geschichten untereinander zu verbinden, etwa durch mehrfach auftretende Figuren und Orte oder einfach eine gemeinsame Welt, in der die Geschichten anderer Bücher der Gruppe als wahre Ereignisse gelten (ein so genanntes Universum).
Ein besonders wichtiger Punkt ist aber, dass sich die Arbeit besser aufteilen und so mehr Raum für das eigentliche Schreiben freischaufeln lässt - etwas, woran es Autoren fast immer mangelt.

Erfahrungen als Kunde
Diese Woche stieß ich auf die vermutlich großartigste Buchlizenz seit langem:
The product downloaded through the 40k's website is the Pirate Edition of "Cardanica". Downloading it, you agree to share it with your friends, talk about it on social networks and in real life, copy and paste anything you like on your blog, tumblr, whatever. The licensor (those strange humans known as the Author and the Publisher) reserves the right to offer you the better support for your entertainment.
Das stammt aus der Piratenedition von Cardanica, die der Verlag auf der eigenen Webseite kostenlos zur Verfügung gestellt hat, man kann es aber auch kaufen, die 2,99 € scheinen mir ein hervorragender Preis.
40k Books (die übrigens nichts mit Warhammer zu tun haben) arbeiten auch mit Cory Doctorow zusammen, der dafür bekannt ist, seine Bücher regelmäßig mit kostenlosen Downloads der kompletten Werke zu bewerben und damit sehr gut zu fahren. Mit dem Unterschied, dass ich Doctorows Little Brother nur theoretisch kaufen würde, denn das ist hierzulande nur als deutsche Übersetzung verfügbar. Und warum sollte ich die kaufen, wenn ich die Sprache des Originals verstehe und somit eine deutlich authentischere Version kostenlos erhalten kann? Ich will den Autor ja bezahlen, aber eher ungern den rowohltschen Rattenschwanz und im Falle eines rein virtuellen Produkts auch nicht so viel.
Auch Cardanica ist eine Übersetzung, da mein Italienisch allerdings etwas holprig ist und der Preis sehr günstig, ist es mir hier eher den geforderten Preis wert.

Keine Kommentare: