29.12.2011

Ein wirklich schlechtes Vorwort

Eines muss ich bei meiner aktuellen Überarbeitung von Dises Cover ist Müll! fraglos feststellen: Das Vorwort dieses Buches war eine wirklich schlechte Idee. Der Gedanke dahinter war, keine falschen Erwartungen zu schaffen und daher kurz darzustellen, was alles nicht in diesem Buch zu finden ist. Im Nachhinein betrachtet ein völlig falscher Ansatz.
Also habe ich ein komplett neues Vorwort geschrieben und gelernt: Ein Vorwort sollte grundsätzlich immer vorstellen, was ein Buch bietet statt, was es nicht bietet. Da das Vorwort bei eBooks noch wichtiger ist als bei Papierbüchern (es ist Teil der Vorschau), muss größte Sorgfalt auf dessen Formulierung gelegt werden.
Ich präsentiere hier erstmal als abschreckendes Beispiel mein altes Vorwort:

Okay, bevor ich irgendetwas anderes schreibe, sollte ich erstmal erklären, was dieses eBook ist und was nicht. Es ist wichtig für alle Beteiligten, Enttäuschungen zu vermeiden. Sie wollen nicht enttäuscht werden und ich will Sie nicht enttäuschen, denn dann kaufen Sie wahrscheinlich nie wieder ein Buch von mir. Sollten Sie das Buch jetzt schon gekauft haben, kann ich Ihnen zumindest mit einer Lektion dienen: Laden Sie sich grundsätzlich eine Leseprobe runter, bevor Sie ein eBook kaufen, das kann vor Enttäuschungen bewahren. Fast alle Anbieter haben eine Option dafür.

Zunächst einmal der Teil, mit dem ich wohl die meisten Leser verschrecken werde: Hier geht es darum, wie ein gutes Cover aussieht und wo Sie die Materialien dafür finden können. Ich biete Ihnen keine komplette Einführung in die Technik der Bildbearbeitung, dafür wäre ein komplett anderes Buch nötig. Grundkenntnisse wie das Einfügen von text in Bilder setze ich einfach mal voraus.

Wichtig ist auch, dass es hier ausschließlich um Coverdesign geht. Es geht nicht um das Design des Buchinhaltes. Es mag für ein so spezielles Thema etwas lang erscheinen, aber dafür kann ich garantieren, dass Sie nach der Lektüre alles über das Design von Buchtiteln wissen, was ich zum Zeitpunkt des Schreibens auch weiss.

Weiterhin handelt dieses eBook von eBook-Coverdesign, für Papierbücher wichtige Themen wie der Rückumschlag, der Schmutztitel und vor allem der gerne unterschätzte Buchrücken werden hier nicht angesprochen. Viele der Informationen aus diesem Buch sind problemlos auch für Papierbücher anwendbar, aber dort brauchen Sie auch viele Informationen, die hier fehlen, weil sie für eBooks einfach nicht relevant sind.. (sic!)

Und noch ein letztes ist dieses Buch nicht, aber das wird die meisten eher freuen: Lang. Ich bin jemand, der sehr gradeheraus schreibt. Ich habe zwar ein wenig die Befürchtung, dass sich das mit späteren Auflagen oder Aktualisierungen noch ändern wird, aber auch dann bleibt das Grundprinzip bestehen: Möglichst viel Info im angenehmen Plauderton bei möglichst wenig investierter Lesezeit. So mag ich meine Sachbücher.
Ohje.
Dieser Text besteht in der Essenz aus der Aussage "Dieses Buch ist nix, kaufen Sie es besser nicht", ich entschuldige mich ja praktisch für das Buch. Wahrscheinlich wird es niemanden überraschen, dass das nicht meine Absicht war, aber es war zweifellos das Ergebnis. Das kommt davon, wenn man so wichtige Elemente wie das Vorwort unausgeschlafen irgendwann gegen Mitternacht schreibt. Es hebt praktisch keine positiven Werte des Buches hervor und dann findet sich dort auch noch der einzige nicht im Lektorat ausgemerzte Fehler, ein Satz, der mit zwei Punkten endet.

Also, alten Text komplett gelöscht und einen neuen erstellt, der positiver an das Thema herangeht, aber dennoch die Information weitergibt, dass bestimmte Fähigkeiten vom Leser bereits erwartet werden. Das liest sich auf jeden Fall deutlich besser:
Dieses Buch verfolgt einen einfachen Zweck: Sie als Leser in die wichtigsten Gestaltungselemente und Merkmale eines guten eBook-Covers einzuführen. Ich glaube, damit nicht nur Ihnen, sondern letztendlich auch mir etwas gutes zu tun - nicht allein finanziell, sondern abstrakter. Vom Autoren selbst verlegten digitalen Büchern haftet in Deutschland (noch) ein deutliches Manko an.

Dieses Manko hat verschiedenste Gründe, aber einer ist sicherlich auch die Qualität der Cover. Was schon auf den ersten Blick unprofessionell aussieht, dessen Inhalt wird oft keine Chance mehr gegeben, sich zu beweisen. Hat ein interessierter Kunde sich erst einmal durch eine lange Liste selbstverlegter eBooks mit minderwertigen Covern gekämpft, wird er diese Bücher bald in ihrer Gesamtheit verdammen. Dieses Pauschalurteil schadet Ihnen, es schadet mir und dem potenziellen Leser entgeht dadurch auch etwas - Ihr Buch.

Deswegen habe ich alles, was ich über Coverdesign weiss in einem Band zusammengestellt. Die Elemente, die auf ein Cover gehören, die Besonderheiten von eBook-Covern im Vergleich zu den Titelbildern klassischer Bücher und schließlich ein einfacher, aber wirksamer Test, mit dem Sie Ihre eigenen Cover auf Wirkung und Aussagekraft testen können. Sie erfahren, woher Sie Ihre Titelbilder bekommen, was bei der Positionierung der Schriftelemente zu beachten ist, wie ein guter Titel aussieht tund woför Untertitel gut sind.

Ein paar Dinge sollten Sie bereits vorher können: Bilder in Ihrem Bildbearbeitungsprogramm öffnen und am Computer Text in Bildern einsetzen. Wenn Sie ernsthaft professionell aussehende Buchcover gestalten wollen, sollten Sie diese Funktionen bereits kennen und einige Erfahrungen damit gesammelt haben. Zumal ich ja nicht weiss, welches Grafikprogram Sie benutzen. Da das allerdings zu den absoluten Grundlagen im Umgang mit Grafikprogrammen gehört bin ich zuversichtlich, damit jetzt nicht allzu viele Leser verscheucht zu haben.

Allen, die jetzt noch lesen wünsche ich eine ebenso angenehme wie nützliche Lektüre.
Das neue Vorwort geht mit der weitgehend überarbeiteten und deutlich erweiterten 2. Ausgabe des Buchs in den nächsten Tagen in den Verkauf. Leider hinkt die Vorschau bei Amazon oft stark hinterher, daher wird das alte Vorwort meinen Verkäufen wohl noch eine Weile schaden, aber daran kann ich leider nichts machen.

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